Wegen Vogelgrippe: Müssen wir dieses Jahr auf die Weihnachtsgans verzichten?

Müssen wir auf die Weihnachtsgans verzichten?
Müssen wir auf die Weihnachtsgans verzichten? Die Vogelgrippe ist zurück 00:01:15
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Weihnachtsgans: Deutsche haben Angst vor der Vogelgrippe

Ein schöner, knuspriger Gänsebraten - für viele Deutsche ist das ein traditionelles Weihnachtsessen. Wären da nur nicht diese Sorgen wegen der Vogelgrippe, beziehungsweise wissenschaftlich korrekt: Geflügelpest! Droht eine Ansteckung schon durch bloßen Verzehr des Geflügels?

Vogelgrippe: Weihnachten ohne Gänsebraten?
Müssen wir wegen Vogelgrippe auf die Weihnachtsgans verzichten?

Bereits in elf Bundesländern ist der für Vögel tödliche H5-N8-Erreger inzwischen nachgewiesen. Weil man infizierten Tieren aber von außen nichts ansieht, ist die Unsicherheit bei den Verbrauchern groß. Viele wollen aus Angst vor einer Infizierung dieses Jahr lieber auf ihre Weihnachtsgans oder -ente verzichten. Wir klären die drängendsten Fragen zum Thema.

Kann H5N8 auf den Menschen übertragen werden?
Bislang sind laut Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) weltweit keine Übertragungen des H5N8-Erregers auf Menschen nachgewiesen, im Gegensatz zu den Vogelgrippe-Erregern H5N1 und H7N9. Eine Übertragung des Erregers H5N8 über infizierte Lebensmittel ist laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) "theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich". Für die Übertragung der Erreger H5N1 und H7N9 waren in der Vergangenheit fast ausschließlich direkte Kontakte mit infiziertem lebendem Geflügel verantwortlich.

Sind Geflügelfleisch und Eier sicher?
Laut BfR gibt es für die Möglichkeit einer Infektion des Menschen durch rohe Eier oder Rohwursterzeugnisse mit Geflügelfleisch von infizierten Tieren bisher keine Belege. Bei der Verarbeitung sollten die allgemein geltenden Hygieneregeln (Händewaschen, rohe Geflügelprodukte getrennt von anderen Lebensmitteln aufbewahren, gründliches Durchgaren von Geflügel etc.) beachtet werden. Zudem gilt: Ist die Vogelgrippe in einem Bestand ausgebrochen, wird als Vorsichtsmaßnahme der gesamte Bestand getötet. Damit soll neben einer weiteren Ausbreitung auch verhindert werden, das kontaminiertes Fleisch oder Tierprodukte in den Handel geraten. Infektionen des Geflügels mit Viren der Subtypen H5 und H7 sind anzeigepflichtig und werden bekämpft, indem Geflügel des betroffenen Betriebes getötet und fachgerecht beseitigt wird.

Kann man die Weihnachtsgans noch essen?
Um gar zu werden, benötigt die Weihnachtsgans eine Kerntemperatur von 90 Grad. Wird die Gans rosa gebraten, braucht es eine Kerntemperatur von 75 bis 80 Grad. Bei diesen Temperaturen ist der Vogelgrippe-Erreger - sollte das Fleisch tatsächlich infiziert sein - abgestorben, denn das Virus reagiert ausgesprochen empfindlich auf hohe Temperaturen. Nach Angaben des BfR sollten Geflügelspeisen grundsätzlich gründlich durchgegart werden. Das bedeutet, dass im Geflügel für mindestens zwei Minuten eine Kerntemperatur von 70 Grad erreicht werden muss.

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