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Wegen Neuralrohrdefekt: Kind lebte monatelang mit Schwanz

Wegen Neuralrohrdefekt: Kind lebte monatelang mit Schwanz

So wirkt sich ein Neuralrohrdefekt aus

Der mittlerweile elf Monate alte Yang Yang aus China wurde mit einem 15 Zentimeter langen Schwanz geboren. Nachdem die Fehlbildung der Wirbelsäule zunächst keine Probleme verursachte, wurde dem Jungen der Schwanz nun doch operativ entfernt.

"Kleiner Affe" wird er liebevoll von seiner Familie genannt. Doch der Geburtsfehler, mit dem der kleine Yang Yang auf die Welt kam, ist nicht so harmlos wie zunächst vermutet. Die Fehlbildung entwickelte sich aufgrund eines Neuralrohrdefekts. Das Neuralrohr ist eine embryonale Vorläuferstruktur des Nervensystems. Bei zu geringer Aufnahme von Folsäure vor und während der Schwangerschaft, kann es zu Fehlbildungen wie einer gespaltenen Wirbelsäule oder dem Fehlen des Schädeldachs kommen. Die Wirbelsäule kann sich dementsprechend nicht normal entwickeln.

Auch bei Yang Yangs Entwicklung im Mutterleib traten Probleme auf. Bei seiner seltenen, aber vergleichsweise leichten Form der 'Spina bifida' wölbten sich die Rückenmarkshäute durch einen Wirbelbogenspalt unter der Haut vor. Der dabei entstandene Auswuchs ähnelte einem Schwanz.

Yang Yang fehlte plötzlich die Kraft in den Beinen

"Anfangs war es kein großes Problem - ich hob den Schwanz beim Wickeln einfach ein wenig an", berichtet Yang Yangs Mutter. Einige Monate später bemerkte sie jedoch, dass ihr Sohn wenig Kraft in den Beinen hatte und sie ließ die Fehlbildung erfolgreich entfernen. Der behandelnde Arzt erklärte, dass ein längeres Warten später zu Problemen in den Beinen hätte führen können.

Deutlich länger mit der nötigen Operation gewartet hat eine Familie in Indien. Der heute 13-jährige Arshid Ali Khan wurde wegen seines 18 Zentimeter langen Schwanzes als Gott und Wiedergeburt des Hindu-Affengottes Hanuman verehrt. Erst kürzlich entfernten Ärzte den Schwanz des mittlerweile im Rollstuhl sitzenden Jungen.

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