Wegen Meningitis: Harmonie-Rose müssen Arme und Beine amputiert werden

Meningitis: Kurz nach ihren ersten Schritten müssen die Arme und Beine amputiert werden
Harmonie-Rose ist erst elf Monate alt, als bei ihr Meningitis diagnostiziert wird. © Bulls | South West News Service, SWNS.com

Sie lernte gerade erst das Laufen

Die ersten Schritte des Kindes zu erleben, ist wohl für alle Eltern ein ganz besonderer Moment. Da bilden auch Freya Hall und Ross Allen aus Somerset im Südwesten Englands keine Ausnahme. Doch die Eltern der kleinen Harmonie-Rose bekamen nur wenige Wochen nach den ersten Schritten ihres Töchterchens eine schockierende Diagnose. Aufgrund einer Meningitis mussten dem elf Monate alten Baby beide Arme und beide Beine amputiert werden.

Ein paar Wochen nachdem die kleine Harmonie-Rose anfing zu laufen, bekam sie nachts Husten und ihre Eltern brachten sie ins Krankenhaus. "Sie war die ganze Woche über etwas angeschlagen. Aber wir dachten, sie sei erkältet. Außerdem zahnt sie, deswegen haben wir uns nichts dabei gedacht", erklärte Allen der 'Daily Mail'. Die Ärzte konnten keine ernsthafte Erkrankung feststellen und so wurde die Kleine wieder nach Hause geschickt.

Als sie am nächsten Morgen ganz steif und blau angelaufen war, brachten ihre Eltern sie wieder ins Krankenhaus. Nach einer gründlichen Untersuchung wurde ihnen gesagt, dass ihre Tochter einen Virusinfekt habe und sie wurden erneut nach Hause geschickt. Aber nur Stunden später wurde Harmonie-Rose ganz schwach und lethargisch – und ihre Eltern brachten sie zum dritten Mal ins Krankenhaus. Dort wurde ein Ausschlag festgestellt und das Baby wurde mit einem Rettungswagen sofort zu einem Spezialisten in ein Kinderkrankenhaus in Bristol gebracht.

Zehn Operationen musste die kleine Harmonie über sich ergehen lassen

Die Diagnose, die die junge Familie dort erhält, stellt ihre Welt völlig auf den Kopf: Harmonie-Rose hat eine Hirnhautentzündung. "Die Ärzte sagten, dass das der schlimmste Fall sei, den sie in den letzten drei Jahren gesehen haben", erzählte ihr Vater. Die Ärzte hatten kaum Hoffnung, dass sie überleben würde und gaben ihr nur eine Überlebenschance von zehn Prozent. Als Harmonie-Rose auf der Intensivstation ankam, waren ihre Arme und Beine schwarz angelaufen und die Ärzte erklärten den Eltern, dass sowohl beide Arme als auch beide Beine amputiert werden müssen.

Die Operation wird durchgeführt und die kleine Harmonie-Rose verliert ihre Gliedmaßen. Doch sie überlebt: "Ross und ich sind so stolz auf Harmonie. Sie ist so weit gekommen und hat so hart gekämpft, um bei uns zu bleiben", erzählt ihre Mutter Freya im Interview mit der 'Daily Mail''. Doch der Kampf ist noch nicht zu Ende. Bereits zehn Operationen musste das kleine Mädchen über sich ergehen lassen und ihre Mutter ist sicher, dass Harmonie-Rose noch einige Herausforderungen auf dem Weg zur Genesung meistern muss: "Sie hat so einen starken Charakter und sie weiß, was sie will. Sie bekommt langsam ihr Lächeln zurück."

Um Harmonie-Rose diesen Weg so leicht wie möglich zu machen, hat ihre Familie den 'Help4Harmonie'-Aufruf gestartet. Sie wollen Spenden für Harmonies Rehabilitation und den Behinderten gerechten Umbau ihres Hauses sammeln. Bis heute sind rund 60.000 Pfund zusammen gekommen: "Es ist unglaublich. Diese Unterstützung hilft uns so sehr", erzählt Freya Hall. "Das Leben wird niemals leicht sein für Harmonie. Aber zu wissen, wie viele Menschen uns unterstützen, lässt mich hoffen, dass Harmonie irgendwann vielleicht doch ein normales Leben führen kann."

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