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Wege aus der Depression: Facebook half Holly Ellmore gegen ihre Krankheit

Freunde schützen vor Depression
Freunde schützen vor Depression Gute Laune ist ansteckend 00:00:30
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Sie zwang sich, glückliche Momente zu posten

Posten gegen Depression – kann das funktionieren? Die Geschichte von Holly Ellmore zeigt: Ja, das geht. Die Studentin aus Cambridge fing irgendwann an, Fotos von glücklichen Momenten aus ihrem Leben zu posten. Damit wollte sie sich selbst bestätigen, dass diese schönen Ereignisse wirklich stattgefunden haben. Auch wenn es nicht immer einfach war, das posten von Glück hat ihr tatsächlich geholfen, sich glücklicher zu fühlen. In ihrem Interview mit dem Online-Magazin 'QUARTZ' verrät sie, wie Facebook ihr half, mit der psychischen Krankheit fertig zu werden.

Holly Ellmore half Facebook gegen Depressionen
Indem Holly Ellmore Bilder von glücklichen Momenten aus ihrem Leben postete, bekämpfte sie ihre Depression. © Holly Ellmore

Schaut man sich Hollys Facebook-Seite an, sieht es nach einem glücklichen und erfüllten Leben aus: Die Bilder zeigen sie mal als strahlende Braut Händchen haltend mit ihrem Mann, mal von Schnee umgeben, dann am Strand oder beim Pilze sammeln im Wald. "Ich musste die guten Nachrichten nicht erfinden. Zwischen 2012 und 2014 habe ich mich verlobt und geheiratet." – erklärt die Studentin. Auf den meisten Fotos lacht die junge Frau herzlich und sieht sehr zufrieden aus. Doch der Eindruck täuscht. Während Holly diese Fotos postet, geht es ihr innerlich oft schlecht. Jedes positive Ereignis in ihrem Leben verstärkte in ihr das Gefühl von Schuld und Wertlosigkeit. Und manchmal musste sie sich dazu richtig zwingen.

Ihr depressives Gehirn hat sie belogen

Doch bei dem Blick auf die Highlights ihres Jahres wurde Holly klar: Es sind nicht die Bilder, die manchmal lügen. Es ist ihr depressives Gehirn, das sie darüber, wie ihr Leben wirklich ist, belogen hat. "Da waren so viele glückliche Momente in diesem Jahr, die ich sonst vielleicht übersehen hätte, weil sie nicht mit meiner damaligen Stimmung übereinstimmten. Wenn deine Erinnerungen oder die subjektiven Erfahrungen durch die Depression verzogen sind, kann es hilfreich sein, eine digitale Aufzeichnung zu haben, um sich an die Fakten zu erinnern."

Nicht immer ist Facebook bei Depressionen hilfreich. Manchmal können die vielen fröhlichen Bilder der Freunde eine große psychische Belastung für die Betroffenen bedeuten. Holly Ellmore hat ihr digitales Tagebuch jedoch geholfen, mit der Krankheit fertig zu werden. Das könnte auch für andere Betroffene ein Weg sein, sich an die schönen Momente ihres Lebens zu erinnern. Vielleicht tut es ein Fotoalbum oder eine Foto-Collage, die man sich an die Wand hängt, aber auch.

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