GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Wechseljahre: Menopause und Hitzewallungen

Wechseljahre: Menopause und Hitzewallungen
Wechseljahre: Wenn der Körper verrückt spielt

Wenn der Körper verrückt spielt: Jede Frau erlebt die Wechseljahre anders

Die Beraterin in der Bank sah klasse aus: Mitte 40, schön geschnittenes Gesicht, schlanke Figur, gepflegt, Trend-Frisur und ein schickes, hellgraues Kostüm. "Wow", dachte ich, "Sex in the City - die Sarah Jessica Parker der Sparkassen sitzt vor mir!" Aber plötzlich, mitten im Gespräch lief sie knallrot an, Schweißtropfen perlten auf der Stirn und liefen den Hals herab. Der Blusenkragen war ruckzuck nass und fleckig. Verschämt tupfte sie sich mit einem Taschentuch ab und bat um Entschuldigung: Hitzewallungen. Die Wechseljahre.

Von Daniele Erdorf

"Du liebe Güte", dachte ich als ich wieder aus der Bank raus war, "hoffentlich steht mir das nicht auch in ein paar Jahren bevor." "Frauen erleben die Wechseljahre ganz unterschiedlich", erklärt Walter Dolff, Gynäkologe mit Praxis in Essen. "Ein Drittel aller Frauen, die zu mir in die Sprechstunde kommen, hat gar keine Beschwerden, ein Drittel einige leichtere Probleme und ein Drittel leidet massiv."

Das Klimakterium, wie Fachleute die Wechseljahre nennen, ist gekennzeichnet durch die Abnahme der Hormonproduktion im Körper. Die Eierstöcke stellen immer weniger Östrogen und Gestagen her. Der "Startschuss" für die Wechseljahre beginnt bei jeder Frau in einem anderen Alter. Dolff: "Es gibt Frauen, die haben schon mit Ende 30 erste Anzeichen, andere kommen erst mit 60 ins Klimakterium."

Nach der Menopause, also der letzten Regelblutung, ist die fruchtbare Phase im Leben einer Frau definitiv beendet. Frauen, denen die Eierstöcke oder die Gebärmutter entfernt werden mussten, kommen oft früher in die Wechseljahre, da sich mit der Operation die Hormonproduktion verändert.

Die Beschwerden der Wechseljahre

Das Klimakterium dauert im Durchschnitt etwa 15 Jahre und beginnt bei den meisten Frauen im Alter von 45-55 Jahren. "Wer keinen Nachwuchs mehr will, sollte während der Wechseljahre weiter an Verhütung denken", so Gynäkologe Dolff, "eine Schwangerschaft ist bis zur letzten Menstruation immer noch möglich."

Zwar ist das Klimakterium - genau wie die Pubertät - keine Krankheit, doch es gibt einige typische Signale und  Beschwerden:

- Plötzliche Hitzewallungen mit starkem Schwitzen (besonders in der Nacht)

- Schlafstörungen

- Gewichtszunahme

- Stimmungsschwankungen bis hin zur Depression

- Konzentrationsstörungen

- Trockene Haut, Haarausfall

- Trockenheit der Vaginalschleimhäute und Schmerzen beim Sex

- Unregelmäßige Blutungen

- Empfindliche Harnwege, Harninkontinenz

- Abnahme von Knochendichte (Osteoporose)

Ein Manko an Hormonen muss allerdings nicht zwangsläufig Konsequenzen haben. "Ein niedriger Hormonspiegel bedeutet nicht automatisch, dass Probleme auftauchen. Ebenso wenig schützt ein hoher Hormonspiegel vor Wechseljahrbeschwerden", so Dolff. Dies ist inzwischen durch Studien belegt. Eine hormonelle Blutuntersuchung bringt deshalb auch kaum einen diagnostischen Erkenntniswert. Der Essener Gynäkologe bringt es auf den Punkt. "Wir behandeln Frauen und keine Laborwerte."

Wer Beschwerden hat, sollte sich deshalb nicht scheuen, den Arzt aufzusuchen. Es gibt viele Behandlungsmöglichkeiten, von verschiedenen Hormontherapien bis hin zu pflanzlichen Mitteln.

Anzeige