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Wechseljahre: Eine Geschichte voller Missverständnisse

Wechseljahr-Panik
Eine aktuelle Studie besagt: Die Menopause ist ein reiner Mythos

Sind die Wechseljahre nur ein Mythos?

Schluss mit der Wechseljahr-Panik! Juhu, es gibt Entwarnung für Millionen Frauen! Stimmungsschwankungen, Herzrasen, und vor allem körperlicher Verfall - all das schien Frauen zwangsläufig in der Mitte ihres Lebens zu drohen. Jetzt entlarvt eine neue Studie die große Hormon-Lüge. Und zeigt, dass viele Mythen einfach Quatsch sind. Was passiert wirklich bei Frauen ab 40? Wir nennen die wichtigsten Fakten rund um die Wechseljahre.

Von Dagmar Baumgarten

Die Ursache:

Die Eierstöcke hören auf, Östrogene zu produzieren. Hormonell ist das für den Körper eine Umstellung. Die gravierendste Veränderung dabei: Die natürliche Fruchtbarkeit lässt nach und kommt schließlich ganz zum Erliegen. Meist findet das zwischen Mitte 40 und Mitte 50 statt.

Die Auswirkungen:

Die auffälligsten Symptome sind Hitzewallungen und damit verbunden teilweise lästigen Schweißausbrüche. Diese Symptome sind unbestritten. Aber bislang hieß es auch, dass Stimmungsschwankungen, weniger Lust auf Sex, körperliche Erschöpfung und Herz-Kreislaufprobleme ebenfalls dazu kommen. Laut der aktuellen Studie der Dresdner Uniklinik kann man das aber so nicht stehen lassen. Denn diese Beschwerden gibt es zwar - allerdings bei Frauen jeder Altersgruppe.

Entwarnung für Millionen Frauen

Die Wechseljahrs-Lüge:

Alle Klischees, die bisher das Klimakterium verunglimpften, sind wissenschaftlich nicht haltbar. Frauen werden nicht reizbarer, vergesslicher, oder ängstlicher, wenn der Östrogen-Spiegel sinkt. Auch der immer als selbstverständlich unterstellte Libido-Verlust ist anscheinend ein Mythos! Die zunehmende Trockenheit der Scheide hängt mit dem allgemeinem Alterungsprozess zusammen. Allerdings nimmt die Lust an sich nicht ab.

Woher kommt der Unlust-Mythos?

Die Faktoren Psyche und vor allem Self Fulfilling Prophecy sind dabei nicht zu unterschätzen. Wem jahrelang eingehämmert wird, dass es ab der ersten Hitzewallung nur noch bergab geht, kommt ja fast schon zwangsläufig in eine depressive Verstimmung. Wer quasi darauf wartet, dass die Stimmung schwankt, wird jede schlechte Laune sofort als Bestätigung sehen, dass man jetzt eine alte Frau ist, die durch ihren Verfall unattraktiv für das männliche Geschlecht wird. Diese Grundhaltung ist natürlich extrem lustkillend.

Frauen, die sich darüber gar keine Gedanken machen und sogar froh sind, dass die lästige Verhütung endlich entfällt, haben weiterhin ein erfülltes Sexualleben. Bei gleichem Östrogen-Spiegel macht die innere Einstellung also den entscheidenden Leidens-Unterschied.

Die Hormon-Lüge:

Früher haben Frauen ja bei Beschwerden fast automatisch Hormone verschrieben bekommen. Alleine schon wegen der gefürchteten Osteoporose. Das ist mittlerweile sehr umstritten. Das Risiko für Infarkte, Schlaganfälle und auch Brustkrebs steigt an. Insbesondere bei jahrelangem Gebrauch erhöht sich auch signifikant die Gefahr von Eierstockkrebs!

Besser ist es, die künstlichen Hormone durch natürliche Phytoöstrogene zu ersetzen. Das sind pflanzliche Stoffe, enthalten zum Beispiel in Sojabohnen, Rotklee, Hopfen und Leinsamen. Sie dämpfen die lästigen Hitzewallungen, ohne den Körper hormonell zu überfluten. Und so kann das Klimakterium, griechisch für Stufenleiter, ein neuer Lebensabschnitt sein, der noch viel Gutes bereithält!

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