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Wasserpfeife rauchen gefährlicher als Zigaretten

Mediziner warnen vor dem Wasserpfeife-Rauchen.
Dreimal am Tag Wasserpfeife rauchen ist genauso schädlich wie eine Schachtel Zigaretten. © picture-alliance/ dpa, Rolf Vennenbernd

Mediziner warnen vor dem Wasserpfeife-Rauchen

Einer Studie zufolge ist es gefährlicher, regelmäßig Wasserpfeife als Zigaretten zu rauchen. Denn: Zwei bis drei Wasserpfeifen pro Tag sind etwa so gesundheitsschädlich wie eine Schachtel Zigaretten. Vor allem Jugendliche ziehen gerne an den oft aufwendig verzierten Pfeifen.

Bereits jeder vierte Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren hat schon einmal Wasserpfeife, eine sogenannte Sisha, geraucht. „Einige gaben an, mehr als dreimal pro Woche zu rauchen“, sagte Felix Herth, der Leiter der Studie des Thoraxklinikums in Heidelberg. Shisha-Rauchen berge jedoch das „gleiche Sucht- und Erkrankungspotenzial“ wie Zigarettenrauchen, warnte der Mediziner.

Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung sind Shishas in einigen Bereichen sogar gesundheitsschädlicher als Zigaretten. So werde über den Rauch neben mehr Nikotin auch mehr Chrom, Kobalt, Blei und Nickel beim Rauchen von Shishas aufgenommen wie der ‚Stern’ mit Verweis auf das Bundesinstitut schreibt. Derzeit müsse davon ausgegangen werden, dass zwei bis drei Wasserpfeifen pro Tag etwa so gesundheitsschädlich wie täglich 20 bis 30 Zigaretten sind. Bei Schwangeren bestehe die Gefahr, dass ihr Kind ein niedrigeres Geburtsgewicht habe.

Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) werden dem aromatisierten Tabak von Shishas außerdem Zucker und Sirup beigemischt, was beim Verbrennen krebserzeugende und schleimhautreizende Stoffe freisetze. Menschen, die Wasserpfeife rauchen, hätten daher ein höheres Risiko für Herz- sowie Krebserkrankungen von Lunge, Lippe, Mundhöhle und Harnblase.

„Für Jugendliche sind die Shishas heute wesentlich hipper als zu rauchen“, schilderte Herth. Anders als bei Zigaretten würden Gymnasiasten genauso oft zur Wasserpfeife greifen wie Hauptschüler. „Wasserpfeifen sind die Alkopops der neuen Generation.“ Der Chefarzt warnte davor, dies zu negieren und die Entwicklung zu verharmlosen. Für die Studie wurden 3.000 Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren befragt.

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