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Was verdient ein Arzt: So rechnen Kassenärzte ab

So rechnen Kassenärzte mit den Krankenkassen ab
Haben Sie sich auch schon mal gefragt, was ein Arzt bei einer Untersuchung verdient? © dpa, Tobias Hase

Die Krankenkassen zahlen nicht jede einzelne Leistung

Versorgt der Arzt einen Kassenpatienten, beginnt ein kompliziertes Abrechnungsverfahren. Die Krankenkassen zahlen nicht jede einzelne ärztliche Leistung, sondern Versichertenpauschalen – im vergangenen Jahr rund 25 Milliarden Euro für etwa 70 Millionen Versicherte an 140.000 niedergelassene Kassenärzte und Psychotherapeuten. Die Mediziner teilen das Honorar nach einem komplizierten Punktesystem unter sich auf.

Was bei Privatpatienten die "Gebührenordnung für Ärzte” (GOÄ), das ist bei der Behandlung der gesetzlich Krankenversicherten der EBM, der "Einheitliche Bewertungsmaßstab für ärztliche Leistungen”. Dieser Katalog schreibt fest, welche Handgriffe des Arztes wie honoriert werden. Allerdings ordnet diese lange Liste den ärztlichen Leistungen Punktwerte zu anstelle fester Geldbeträge.

Jedes Quartal verdient der Arzt anders

Wie viel Geld jeder erarbeitete Punkt wert ist, erfährt der Arzt erst weit nach Ablauf des Quartals. Denn in jedem Quartal wird die Summe des zur Verfügung stehenden Geldes durch die Zahl der Behandlungen geteilt. Danach bemisst sich dann der Wert, den ein einzelner Punkt tatsächlich hat. Da auf der einen Seite die Zahl der medizinisch notwendigen Leistungen und damit die Zahl der erbrachten Punkte gestiegen ist, auf der anderen Seite aber die Gesamtvergütung der Krankenkassen damit nicht Schritt hielt, ist der Punktwert unaufhörlich gesunken. Er liegt jetzt im Schnitt bei 3,71 Cent - bundesweit und fachgebietübergreifend.

Die BILD hat mal nachgerechnet, wie viel ein Arzt im Schnitt für Blutdruck messen, Hörtest und Co. bekommt (s. Das wird abgerechnet).

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