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Was tun bei Haarausfall? Zehn Tipps, die helfen!

Hilft Botox gegen Haarausfall?
Hilft Botox gegen Haarausfall? Nervengift soll Haare sprießen lassen 00:03:33
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Haarausfall: Das sind die Ursachen

Volles Haupthaar ziert den Menschen. Das wissen die am besten, die unter Haarausfall leiden. 60 bis 150 Haare darf ein Mensch täglich verlieren, werden es mehr, spricht man von Haarausfall. Jeder dritte Mann und jede zehnte Frau in Deutschland ist davon betroffen.

Haarausfall: 10 Tipps dagegen
Das sind die Ursachen für Haarausfall © xiquence - Fotolia

Am weitesten verbreitet ist der sogenannte erbliche Haarausfall. Er tritt fast ausschließlich bei Männern auf und ist eigentlich eine erblich bedingte Überempfindlichkeit gegen Dihydrotestosteron (DHT) einem Abbauprodukt des männlichen Hormons Testosteron. Dieser Wirkstoff kürzt die Wachstumsphase der nachwachsenden Haare so stark ab, bis sie nur noch das Flaum-Stadium erreichen.

Zweite Ursache für kahle Stellen: Der sogenannte kreisrunde Haarausfall wird auf eine Autoimmunerkrankung zurückgeführt. Der Körper betrachtet die Haare dabei als Fremdkörper und bekämpft sie: leider meist erfolgreich! Mediziner gehen hier von 1,4 Millionen Fällen in Deutschland aus.

Weitere Ursachen für Haarausfall können sein: Hungerkuren und Bulemie (Ess-Brechsucht), Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes oder Hormonschwankungen. Besonders schwangere und stillende Frauen können (vorübergehend) Haarausfall bekommen. Daneben wirken sich erheblicher Vitaminmangel, häufiger Spannungskopfschmerz und manche Medikamente und Gifte negativ auf die Haare aus. Klar, dass es da nicht ein einzelnes Patentrezept geben kann. Aber es gibt Hilfe!

Tipps gegen kahle Stellen

Tipp 1: Immuntherapie

Am wirkungsvollsten ist eine Behandlung beim kreisrunden Haarausfall. Eine 60-prozentige Erfolgsquote hat die ‚topische Immuntherapie’. Dabei wird mittels einer Chemikalie eine Immunreaktion ausgelöst, die das Immunsystem gewissermaßen von den Haaren ablenkt. Nachteil: Die Behandlung in einer Hautklinik ist langwierig, nervig (es juckt und schuppt) und kostet pro Woche rund 25 Euro. Funktioniert aber nur beim ‚kreisrunden Haarausfall’.

Tipp 2: Spannung abbauen

Leiden Sie unter Spannungskopfschmerz und die Haare werden weniger? Dann kann sich die intensive Behandlung des Kopfschmerzes positiv auf den Haarausfall auswirken. Hintergrund: Spannungskopfschmerz verengt die Blutgefäße in der Kopfhaut. In diesen Zonen reichert sich dann das haarschädliche DHT-Hormon besonders stark an. Entspannungstechniken, Kopfmassagen und evtl. auch psychotherapeutische Betreuung können helfen. Nachteil: Der Erfolg ist ungewiss.

Tipp 3: Ernährung

Da Haarausfall auch Mangelernährung als Hintergrund haben kann, ist der Hinweis auf gute, ausgewogene Ernährung immer richtig. Das heißt: wenig Zucker, wenig Fett, wenig Fast Food und mehr Obst, Gemüse und frische Gerichte. Wegen der Hormonbelastung von konventionellem Fleisch ist es sicher auch eine gute Idee, weniger und Bio-Fleisch zu essen. Nachteil: Keiner! Gesunde Ernährung wirkt sich einfach nur positiv aus.

'Mittelchen' taugen meist überhaupt nichts

Was tun bei Haarausfall? Zehn Tipps, die helfen!
© picture-alliance / ZB, Hubert Link

Tipp 4: Shampoos und Kuren

Shampoos, Kuren, Elixiere und Haarkosmetika haben leider kaum Einfluss auf die Haarpracht. Die Stiftung Warentest untersuchte 19 häufig gekaufte Mittelchen und reihte sie in einer Skala von 1 (geeignet) bis 4 (wenig geeignet) ein. Alle kamen in die 4! Fazit: Geben Sie ihr Geld besser für gesunde Ernährung aus!

Tipp 5: Medikamente

Auch die von Stiftung Warentest untersuchten Medikamente gegen Haarausfall schnitten schlecht ab. Lediglich zwei (Finasterid und Minoxidil) kamen auf Stufe 3. Die Wissenschaft forscht aber intensiv zu diesem Problem, so dass irgendwann schon mit einem geeigneten Medikament zu rechnen ist.

Tipp 6: Bockshornklee

Bockshornklee wird besonders in der indischen Küche viel verwendet. Er ist ein wesentlicher Bestandteil von gutem Curry. Das Gewürz hat neben seinem charakteristisch würzigem Duft einen sehr hohen Gehalt an Stoffen, die sich positiv auf den männlichen Hormonhaushalt und die Versorgung der Kopfhaut auswirken.

Warum machen Sie nicht aus der Not eine Tugend?

Tipp 7: Apfelessig

Durch falsche Pflege können die Haarwurzeln geschädigt werden. Besonders aggressives Shampoo gehört dazu. Dann hilft der Apfelessig. Ein Teil Essig auf zwei Teile warmes Wasser und damit die Haare ausgespült, macht sie weich und glatt. Die meist zu alkalischen Shampoos werden durch den sauren Essig neutralisiert. Zum Schluss mit warmem Wasser gut nachspülen.

Tipp 8: Ayurveda

Im Ayurveda, der indischen traditionellen Medizin, werden Körper und Seele gemeinsam behandelt. Jahrhundertealtes Wissen kennt gelegentlich Mittel und Wege, die die Schulmedizin noch nicht entdeckt hat.

Tipp 9: Haartransplantation

Die Haartransplantation hilft nicht in allen, aber in manchen Fällen. Nachteil: Sie ist teuer und langwierig. Drei Monate dauert es, bis die Haare wieder da wachsen, wo sie es sollen. Die Kosten liegen zwischen 2.000 und 8.000 Euro. Ist die Kahlheit Grund von Depressionen, zahlt die Krankenkasse unter Umständen einen Zuschuss.

Tipp 10: Aus der Not eine Tugend machen

Auch das geht – und nicht mal schlecht: Machen Sie aus der Not eine Tugend! Nichts sieht peinlicher aus, als lange Strähnen quer über die Glatze geklebt. Schneiden Sie die restlichen Haare einfach ganz kurz und legen Sie sich einen neuen Look zu. Eine Stylistin kann Sie sicher gut beraten, welche Veränderungen noch dazu passen. Übrigens: Auch Frauen kann eine (fast) Glatze attraktiv machen. Erinnern Sie sich noch an Sinead O'Connor?

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