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Was sind Generika?

Generika sind Arzneimittel-Nachbauten von erfolgreichen Medikamenten.
© Digitalpress, Josef Müllek

Medikamente: Generika, wenn das Patent weg ist

Bei Generika handelt es sich um Arzneimittel, die die identischen Wirkstoffe wie die ursprünglich patentierten Arzneimittel der Erstanbieter enthalten. Trotz der hohen Qualität sind Generika erheblich preiswerter.

Für welche Wirkstoffe oder Medikamente gibt es Generika?

Die Arzneimittelhersteller lassen sich ihre neu entwickelten Präparate patentieren. Damit sichern Sie sich für in der Regel 20 bis 25 Jahre ein Monopol bei der Vermarktung dieser Arzneimittel. Somit müssen die Hersteller in dieser Zeit keine Konkurrenz fürchten. Eine Tatsache, die den hohen Preis neuer Medikamente erklärt. Häufig ist schon ein Teil dieser Zeit verstrichen, bevor das Medikament in den Handel kommt. Nach Ablauf der Patentfrist kann jeder Hersteller den bis dahin geschützten Wirkstoff lizenzfrei zu einem eigenen Produkt, dem Generikum, verarbeiten.

Wieso sind Generika so viel billiger als die Ursprungspräparate?

Solange das Patent läuft, können die Hersteller auch hohe Preise verlangen, da es noch keine Alternativen auf dem Markt gibt. Wenn jedoch die bis zu 25 Jahre andauernde Patentfrist des Erstanbieters für ein

Medikament abgelaufen ist, können auch andere Arzneimittelhersteller die lange bewährten Präparate herstellen. Da die Kosten für Forschung entfallen, können diese Hersteller das Medikament meist zu erheblich günstigeren Preisen anbieten. Oft machen sich auch mehrere Generika-Hersteller Konkurrenz. Diese Arzneimittel nennt man Generika.

Einziger Unterschied der Generika: Die Galenische Wirkung

Welche Wirkstoffe sind enthalten?

Ein Generikum enthält den gleichen Wirkstoff und die gleiche Wirkstoffmenge wie das Originalpräparat. Nur die Hilfsstoffe, wie zum Beispiel Füll-, Farb- oder Geschmacksstoffe können sich je nach Hersteller und Herstellungsprozess unterscheiden. So können die Tabletten folglich anders aussehen oder schmecken.

Gibt es Qualitätsunterschiede?

Generell unterliegen alle in Deutschland zugelassenen Arzneimittel den gleichen strengen Prüfungen und Qualitätskontrollen der staatlichen Aufsichtsbehörden wie die Originalpräparate. So muss auch ein Generikum dem jeweiligen Anforderungsprofil ohne jegliche Abstriche in allen Punkten entsprechen. Somit entspricht die Wirksamkeit und die Sicherheit des Generikums der des ursprünglich patentierten Originalarzneimittels.

Galenische Wirkung

Weiterer Unterschied der Generika zum Original ist die so genannte galenische Wirkung. Der Begriff bezieht sich auf den römischen Gladiatoren- und Cäsarenarzt Galenus, der bis ins 17. Jahrhundert als die größte medizinische Autorität galt.

Ein Medikament besteht nicht nur aus den Wirkstoffen, sondern auch aus Hilfsstoffen, die dafür sorgen, dass das Präparat seine Wirkung am gewünschten Ort und in der gewünschten Zeit entfaltet. Meist gehört diese galenische Wirkung nicht zum Patent, sondern ist Fabrikationsgeheimnis des Herstellers. Aus diesem Grund werden manche Generika von einigen Patienten nicht so gut vertragen wie das Original.

Wie wirken die Präparate?

Wichtig ist, dass das Nachahmerpräparat exakt die gleiche Wirkung wie das Original besitzt. Wichtig ist, wann, in welcher Menge und wie schnell der Arzneistoff im Körper wirkt. Dies muss der Hersteller nachweisen.

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