Was macht guten Sex aus?

Was macht guten Sex aus?
© detailblick - Fotolia

Bin ich sexsüchtig?

Im neuen Skandal-Film 'Nyphomaniac' durchschreitet Schauspielerin Charlotte Gainsbourg alle Abgründe ihrer Sexsucht. Diese krankhafte Sucht nach Sex macht aber keinesfalls glücklich, sondern löst einen hohen Leidensdruck aus. Aber wo beginnt die Sexsucht und was macht guten Sex aus?

Von Jutta Rogge-Strang

Die gute Nachricht zuerst: Frauen sind von Sexsucht (oder auch Hypersexualität) erheblich weniger betroffen als Männer. Eine krankhafte Sexsucht ist nämlich gar nicht so lustig, wie es sich anhört: Der nicht kontrollierbare Drang nach Sex wird mit der Zeit immer stärker, beeinflusst das gesamte Leben, Beruf und Familie. Dabei bringen immer mehr sexuelle Kontakte immer weniger Befriedigung: Wie eine Droge, die in immer höheren Dosen eingenommen werden muss.

Das hat mit offen ausgelebter befriedigender Sexualität nicht das Geringste zu tun. Auch wenn man Frauen, die selbstbewusst die Initiative ergreifen und auch öfter mal den Partner wechseln, gerne als Nymphomaninnen bezeichnet hat. Aber solange eine Frau mit sehr aktivem Sexleben noch einen Orgasmus bekommt, ist alles im grünen Bereich: Ihre Emotionen sind in Ordnung, der Sex ist zwar wichtig, aber bestimmt nicht ihr ganzes Leben, ihr restliches Privatleben funktioniert.

Was macht ein erfülltes Sexleben aus?

Was macht also guten Sex aus? Soviel ist klar: Klasse statt Masse stimmt auch hier. Die Verführung, das ineinander Verschmelzen, tiefe Blicke, Ekstase: Das ist heiß, das ist aufregend, das macht Spaß. Ob das mit einem One-Night-Stand funktioniert oder mit echter Liebe, ist für die Befriedigung eigentlich egal. Entscheidend ist das Gefühl, das bleibt: War es gut oder nicht? Hat es Spaß gemacht oder nicht? Bin ich zufrieden oder nicht?

Dabei spielt es keine Rolle, wie oft die Stellungen gewechselt werden oder ob besonders exotische Varianten ausprobiert wurden. Besonders junge Frauen unterliegen heute einem Leistungsdruck, was beim Sex gut ankommt oder welche Spielchen auf jeden Fall ins Repertoire gehören sollten. Alles Quatsch: Machen Sie doch, was Sie wollen! Vergessen Sie den Einfluss von außen, vergessen Sie, was Männer angeblich alles von Ihnen wollen. Leben Sie Ihre eigenen Fantasien aus, lassen Sie sich fallen, lassen Sie sich gehen: Nichts ist für Männer so aufregend wie eine Frau, die sich lustvoll hingibt.

Denken Sie doch mal darüber nach: Wann hatten Sie den besten Sex? Waren Sie da so richtig verliebt? Oder hatten Sie so richtig Lust?

Vermutlich ohne darüber nachzudenken, ob da ein paar Pfündchen zuviel auf den Rippen waren oder ob das Make-up noch richtig sitzt: So geht das nämlich! Und wenn Sie es dann noch schaffen, ihre eigenen Wünsche und Fantasien auszuleben, steht einer befriedigenden Sexualität nichts mehr im Wege. Sagen Sie ruhig, was Sie wollen: Denn lustvoller Sex funktioniert nur, wenn beide Partner zufrieden sind.

Anzeige