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Was ist Lupus überhaupt? Stars wie Selena Gomez oder Seal leiden an dieser Krankkheit

Selena Gomez an Lupus erkrankt - doch was ist das eigentlich?
Selena Gomez an Lupus erkrankt - doch was ist das eigentlich? Lupus kurz und knapp erklärt 00:00:59
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Was ist Lupus eigentlich?

Selena Gomez schockte ihre Fans bei Instagram mit einem Bild aus dem Krankenhaus: Sie verriet, dass die im Sommer eine neue Niere brauchte. Sie hatte das große Glück, dass ihr ihre beste Freundin eine Niere spenden konnte. In ihrem langen Kommentar erklärt Gomez auch, warum der Eingriff überhaupt nötig war: Die Krankheit Lupus, an der die Musikerin schon lange leidet, habe ihre Gesundheit so sehr beeinträchtigt, dass sie auf eine Spender-Niere angewiesen war. Doch was ist Lupus überhaupt und was bedeutet es für betroffene Patienten?

Auch andere Stars wie Seal oder Lady Gaga leiden an dieser Krankheit. Lupus ist eine Autoimmunkrankheit aus der Gruppe der Rheumaerkrankungen. Das Problem bei Autoimmunkrankheiten: "Bei keiner Autoimmunerkrankung weiß man, wie sie entsteht", erläutert Professor Christof Specker. Er ist der leitende Arzt der Klinik für Rheumatologie und Klinische Immunologie der Kliniken Essen Süd. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist die Untersuchung von Lupus. Bei Autoimmunkrankheiten bekämpft das Immunsystem den eigenen Körper.  Man geht davon aus, dass Lupus durch genetische Faktoren in Kombination mit Einwirkungen von außen ausgelöst wird. Genetische Faktoren sind beispielsweise eine Erkrankung in der Familie. Weitere Faktoren, die Lupus beeinflussen können, sind sehr unterschiedlich. Die weiblichen Geschlechtshormone spielen eine Rolle bei Lupus. So kann die Einnahme der Pille oder eine Schwangerschaft die Erkrankung auslösen. Außerdem können beispielsweise Stress oder zu viel Sonnenlicht die Krankheit begünstigen.

Wie wird Lupus festgestellt?

Lupus ist die Kurzform von Lupus erythematodes. "Lupus" ist der lateinische Begriff für "Wolf", "erythema" ist die altgriechische Bezeichnung für "Röte". Diese Herleitung ist vermutlich entstanden, da ein charakteristisches Erscheinungsbild Hautrötungen im Gesicht sind. Diese Rötungen erstrecken sich typischerweise über die Wangen, die Nase und das Kinn. Damit erinnern sie an die Fellfärbung eines Wolfes, erklärt Specker. Die Krankheit unterteilt sich in Hautlupus und systemischer Lupus erythematodes (SLE). Während bei Hautlupus tatsächlich nur die Haut betroffen ist, ist SLE eine "autoimmune Multisystemerkrankung, bei der es einfacher ist, die Organe aufzuzählen, die nicht betroffen sein können", so Specker. Da häufig Gelenkschmerzen auftreten, glauben viele zuerst an Rheuma.

Doch SLE geht über Rheuma hinaus, da auch Organe wie die Haut, die Nieren, die Lunge oder das Herz angegriffen werden können. Daher ist eine frühzeitige und korrekte Diagnose sehr wichtig. Lupus erythematodes zu erkennen, ist oft schwierig, da zum einen die Symptome sehr unterschiedlich ausfallen können und zum anderen die Krankheit selten auftritt. In Deutschland gibt es ungefähr 40.000 Erkrankte. Neben allgemeinen Symptomen wie Müdigkeit, Fieber oder Gelenkschmerzen können vor allem Veränderungen der Haut und Entzündungen der Organe oder im Blut Anzeichen für Lupus sein, zählt Specker auf. Festgestellt wird Lupus normalerweise durch einen Rheumatologen. Spezifische Auto-Antikörper im Blut weisen auf die Krankheit hin.

Der Verlauf von Lupus ist schubartig

Lupus verläuft in der Regel schubförmig.
Die Autoimmunkrankheit Lupus verläuft in der Regel schubförmig

Lupus verläuft bei ungefähr zwei Drittel der Patienten schubartig. Von diesen ist ungefähr die Hälfte der Betroffenen zwischen den Schüben beschwerdefrei, bei der anderen Hälfte ist die Krankheit auch zwischen den Schüben aktiv. Bei dem restlichen Drittel verläuft die Krankheit nicht schubweise, sondern schreitet langsam voran. Lupus wird medikamentös behandelt. Da die genaue Ursache der Krankheit nicht bekannt ist, können nur die Symptome der Krankheit therapiert werden. Ziel der Therapie ist es, das Immunsystem zu bremsen und die Entzündungen im Körper in den Griff zu bekommen.

Dabei werden - je nach Schwere der Krankheit - unterschiedliche Medikamente eingesetzt. Das Spektrum reicht von einfachen Schmerzmitteln, über Malaria-Medikamente bis hin zu Medikamenten, die die Leistung des Immunsystems abschwächen oder das Zellwachstum hemmen. Je früher die Therapie einsetzt, desto mehr Einfluss kann man auf den Krankheitsverlauf nehmen. Wenn Lupus früh diagnostiziert und behandelt wird, haben die Patienten durchaus eine normale Lebenserwartung. Allerdings gibt es immer noch Patienten, bei denen Lupus tödlich verläuft. Frauen, die an SLE leiden, können trotzdem schwanger werden. Sie zählen allerdings automatisch zu den Risikoschwangerschaften. "Bei bestimmten Formen des SLE besteht eine deutlich gesteigerte Fehlgeburtsrate, die man aber behandeln kann", erklärt Specker. Dafür ist es allerdings notwendig, dass man einen Rheumatologen aufsucht, der mit der Therapie von Lupus vertraut ist.

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