Was ist 'Femen'? Radikal, kompromisslos und provokant

So tickt die Organisation 'Femen'

Sie setzen sich für die Rechte von Frauen ein. Und zwar radikal, kompromisslos und oft am Rande der Legalität. 'Femen' heißt diese Organisation, die mit allen Mitteln und Wegen versucht, dass Frauen in der heutigen Zeit anerkannt und ernst genommen werden. Doch mit welchen Tricks und welcher Arbeitsweise versuchen sie diese Ziele zu verwirklichen? Wir haben einen Tag hinter die Kulissen schauen können - vom Training bis zur barbusigen Provokation.

So tickt 'Femen'
Radikal, kompromisslos und provokant © dpa bildfunk

Sich durchsetzen, aus den Händen von Polizisten winden und die Meinung sagen – möglichst laut! So sieht es aus, wenn die Aktivistinnen der deutschen Femen Gruppe für eine ihrer nächsten Protestaktionen trainieren. Jedes Szenario muss von den Frauen im Vorhinein genau geprobt werden. Dieses Mal geht es darum, in Berlin eine Demonstration von Abtreibungsgegnern zu sprengen. Für Femen ist diese Demo ein absolutes No-Go: Denn ihrer Meinung nach hat jede Frau das Recht selbst zu entscheiden, ob sie ein Baby haben möchte oder nicht. Die Aktion selbst sieht das dann so aus: mit nackten Brüsten und auf den Körper gemalten Parolen protestieren sie gegen die Unterdrückung des weiblichen Geschlechts.

Die Aktivistinnen von ‚Femen‘ wollen größtmögliche Aufmerksamkeit

Halbnackt zu protestieren ist im demokratischen Deutschland erlaubt. Bei ihren Aktionen riskieren die Frauen daher meist nur eine Ordnungswidrigkeit, sprich höchstens eine Geldstrafe. Ganz anders als im Ausland: Die 19-jährige Studentin Josephine landete zum Beispiel nach einer Protestaktion im muslimischen Tunesien im Knast. Ganze vier Wochen lang. Im Juni kommt Josephine jedoch auf Bewährung frei und macht unbeirrt weiter.

Die Aktivistinnen von ‚Femen‘ wollen die größtmögliche Aufmerksamkeit. Mit nacktem Körper und viel Geschrei bekommen sie genau was sie wollten. Bei solchen Aktionen sind automatisch alle Augen sind auf sie gerichtet. Dass nicht jeder mit ihrer speziellen Form des Protests klar kommt, ist den Femen-Frauen erst mal egal. Sie wollen gehört und gesehen werden.

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