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Was Eltern tun können, wenn das Kind andere mobbt

Cybermobbing
Eltern sollten mit ihrem Kind sprechen, wenn sie merken, dass es andere online oder offline mobbt. Foto: Stephan Jansen © DPA

Wer mitbekommt, dass das eigene Kind andere mobbt, muss das ernst nehmen. "Als erstes müssen Eltern dafür sorgen, dass das aufhört", sagt Ulric Ritzer-Sachs. Er ist Experte bei der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke).

Zuerst sollten Eltern das Kind darauf ansprechen, dann vielleicht einen Lehrer und die Eltern des betroffenen Kindes. "Wenn man es öffentlich gemacht hat, ist die Situation meistens schon entschärft", weiß Ritzer-Sachs. Beim eigenen Kind sind Eltern am besten klar und direkt, rät der Experte. Eltern können etwas sagen wie "Du hörst damit auf, und ich werde überprüfen, ob das klappt."

Außerdem sollten Mütter und Väter dem Kind erklären, dass es andere verletzt. In der Schule sagen Eltern am besten, dass sie das mitbekommen haben und sie dankbar wären, wenn die Lehrer das Problem im Blick behalten. Bekommen sie mit, dass das Kind wieder andere mobbt, sollten sie die Eltern informieren.

"Sobald die Eltern etwas mitbekommen haben, müssen sie auch Verantwortung übernehmen", erklärt Ritzer-Sachs. Dann heißt es: immer dran bleiben. Hört das Kind nicht damit auf, andere zu mobben, braucht es irgendwann eine Sanktion. "Wenn es zum Beispiel online andere mobbt, dann kann man eventuell die Nutzung des Smartphones stark einschränken", sagt der Experte. In jedem Fall sollte sich das Kind bei dem anderen entschuldigen.

Übrigens: Wenn Eltern einschreiten, tun sie das nicht nur dem anderen Kind zuliebe, erläutert Ritzer-Sachs. Denn Mobbing schadet auf lange Sicht auch dem Täter.


dpa
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