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Warum Männer schweigen

Kommunikationsprobleme belasten auf Dauer die Beziehung
Kommunikationsprobleme belasten auf Dauer die Beziehung © RTL Interactive, diego cervo

Kein Mann von großen Worten

Häufig scheitern Beziehungen an mangelnder oder nicht funktionierender Kommunikation. Meistens machen Frauen die Mitteilungsfaulheit ihrer Männer für etwaige Defizite verantwortlich. Erfahren Sie, was hinter der Schweigsamkeit steckt!

Der Ratgeber "Männergefühle" nimmt sich dieser Thematik an und versucht, zwischen den Geschlechtern zu vermitteln. So erklären die Autoren mehrere Varianten des männlichen Schweigens - und bitten um Verständnis für ihn.

Ein altbekanntes Problem des Mannes: Die Unfähigkeit zum Multitasking

Wenn ein Mann gerade beschäftigt ist, fällt es ihm schwer, sich auf ein Gespräch zu konzentrieren. Gerade wichtige Themen wie berufliche Probleme der Partnerin überfordern Männer in solchen Situationen besonders. In der Regel kommt es zum Eklat, wenn sie nach ihren Ausführungen eine konkrete Frage stellt und merkt, dass er ihr nicht wirklich gefolgt ist. Sie ist enttäuscht und ärgert sich über die vermeintliche Gleichgültigkeit der besseren Hälfte.

Die Autoren Bartels und Raether raten zu „Planungsvorlauf“. Es sei ratsam, einen Termin zur Besprechung wichtiger Dinge auszumachen, um des Gefühl des kommunikativen Überfalls zu vermeiden. Auch wenn es manchmal mühsam ist. Denn grundsätzlich sind Männer durchaus bereit, sich mit den Problemen der Partnerin auseinander zu setzen.

"Frauen wollen reden, Männer zwar auch, aber zu anderen Gelegenheiten und über andere Dinge"

Aus anfänglichen Missverständnissen, die auf Launen und schlechtes Timing beider Partner zurückzuführen sind, entwickelt sich über die Zeit eine sogenannte „Schweigespirale“.

Wenn Frauen regelmäßig genervt und frustriert auf die Unlust ihrer Männer reagieren, werden diese umso bockiger. Sie verschließen sich demnach noch mehr, je öfter sie zum Reden aufgefordert werden. Zudem haben Männer laut dem Autorenduo das Gefühl, Frauen müssten ihren Emotionen erst einmal verbal richtig Luft machen, um überhaupt an einen Punkt zu gelangen, an dem sich mit Lösungsansätzen befasst werden kann. Sie warten erst einmal ab und wirken dadurch in emotionalen Diskussionen zu Unrecht desinteressiert.

Die Gründe für Schweigsamkeit sind oft recht banal: Weil ihnen gerade nichts zu dem Thema einfällt, weil ihnen die passenden Worte fehlen oder sie einfach nichts Unpassendes sagen wollen. Das Unverständnis der Partnerin entlädt sich unter Umständen in einem Streit, in dem wiederum sie um einiges verbal aktiver ist, als er:

"Wir schweigen, weil wir wissen, dass alles, was wir sagen, gegen uns verwendet werden kann." Nach dem Motto: Keine Antwort ist auch eine Antwort, die im Zweifelsfalle nicht gegen ihn zitiert werden kann. Viel zu groß ist die Angst vor einem unkontrollierten Gefühlsausbruch. Tränen und große Emotionen sind nichts, was er im Rahmen einer Beziehung gerne vor ihr herauslässt.

„Aktives Schweigen“: Männer haben das Gefühl, dass Frauen ihre Denkart und Gefühlslage nicht nachvollziehen können oder gar nicht erst zuhören - und resignieren

Ein besonders heikles Thema sind die Erwartungen der Frauen, wenn es um Lob und Liebesbekundungen geht. Komplimente zu Schönheit und Aussehen werden natürlich gern gehört, werden von vielen Männern jedoch rar gesät. Dazu Bartels und Raether:

"Diese Mitteilungen haben kein Verfallsdatum und solange sie nicht ausdrücklich widerrufen werden, gelten sie als unbefristet." Männer wiederholen sich einfach ungern.

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