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Wann Männer Frauen mit femininen Gesichtszügen bevorzugen

Wann Männer herbe Gesichtszüge bei Frauen attraktiver finden
Gesunde Männer lieben zarte Frauen - das beweisen auch Brad Pitt und Angelina Jolie © REUTERS, ERIC GAILLARD

Finnische Studie erklärt Attraktivität von Frauengesichtern

Ein schmales Gesicht mit großen Augen und vollen Lippen – so sieht für viele Männer das ideale Gesicht einer Frau aus. Diese zarten, femininen Gesichtszüge gelten als besonders attraktiv und gefallen Männern ganz besonders gut. Das gilt speziell für Männer aus Ländern mit einem guten Gesundheitsstatus. Das hat zumindest eine Studie internationaler Forscher der finnischen Universität Turku ergeben.

„Frauen haben im Durchschnitt größere Augen als Männer, ihr Kiefer ist schmaler, der Kieferwinkel ist nicht betont, die Lippen sind voller und die Augenbrauenwulst ist weniger ausgeprägt“, erklärt Urszula Marcinkowska, die leitende Wissenschaftlerin der finnischen Studie. Die Forscher nutzten ein Computerprogramm, um Fotos von jungen Frauen mit entweder weiblicheren oder männlicheren Gesichtszügen zu versehen. Dann zeigten sie diese Bilder knapp zweitausend heterosexuellen Männern aus 28 verschiedenen Ländern und diese wählten das Gesicht, welches sie attraktiver fanden.

Heraus kam, dass Männer in allen Nationen im Durchschnitt jeweils die weiblicheren Gesichter bevorzugten. Besonders ausgeprägt war dieser Trend jedoch in Ländern, die einen hohen National Health Index (NHI) haben. Also in Ländern, in denen die Bevölkerung einen sehr guten Gesundheitsstatus hat. Die Männer aus Japan beispielsweise hatten die größte Vorliebe für weibliche Gesichtszüge, während bei den Männern aus Nepal diese Vorliebe am schwächsten ausgeprägt ist.

Worauf feminine Gesichtszüge hindeuten

Diesem Phänomen liegt den Forschern zufolge die Umwelt zugrunde. In raueren Umgebungen muss möglicherweise um Ressourcen gewetteifert werden und Männer bevorzugen weniger weibliche Frauen, die sich dort besser schlagen können. Hohe Weiblichkeit wird nämlich mit einer geringen Dominanz assoziiert, so die Wissenschaftler.

Eine andere Erklärung bieten die Testosteronwerte der Männer. Vorherige Untersuchungen ergaben bereits, dass Männer in Ländern mit einem schlechten Gesundheitsstatus einen geringen Testosteronspiegel haben. Testosteron ist ein wichtiges Sexualhormon und Teilnehmer mit viel Testosteron im Blut zeigten eine stärkere Vorliebe für femininere Gesichtszüge.

Überraschend ist, dass die Ergebnisse der Studie einer gängigen Hypothese der Forscher widersprechen. Nämlich der, dass Männer weiblichere Gesichter attraktiver finden, da diese Hinweise auf hohe Fruchtbarkeit und gute Gene liefern. Somit müssten Männer in Ländern mit schlechter Gesundheitsversorgung diese Merkmale bevorzugen, da sie die Überlebenschancen ihres Nachwuchses verbessern. Im Gegensatz dazu werden stark asymmetrische Gesichter von Frauen eher mit Krankheit in Verbindung gebracht und werden deshalb weniger favorisiert.

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