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Wann hilft Akupunktur: Nebenwirkungen und Wirkung von Akupunktur

MAG Gesundheit Wann hilft Akupunktur: Nebenwirkungen und Wirkung von Akupunktur
In welchen Fällen Akupunktur hilft und wie sie funktioniert, erklärt Beate Graszynski.

Akupunktur im Überblick

Bei welchen Beschwerden kann Akupunktur helfen?

Beate Graszynski: Akupunktur kann sehr vielseitig eingesetzt werden. Beschwerden vom Magen-Darm-Trakt können ebenso behandelt werden, wie Allergien, Depressionen und auch die momentan aktuelle Grippe. Vorbeugend wie auch während eines Krankheitsverlaufs.

Woran erkenne ich, ob ich mich in fachlich kompetente Hände begebe?

Beate Graszynski: Ein Akupunkteur sollte die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) gelernt haben. Bei der Anamnese, die die Vorgeschichte eines Patienten in Bezug auf seine aktuellen Beschwerden erfragt, sollte der Therapeut auf die fünf Elemente erklärend eingehen. Ebenso sind eine Zungendiagnose sowie eine Pulsdiagnose wichtig um eine individuelle Akupunktur durchführen zu können.

Während der Therapie sollte von Sitzung zu Sitzung die Punktauswahl variieren. Ganz wichtig ist, dass der Heilpraktiker oder Arzt nach spätestens der dritten Sitzung nachfragt, ob die Therapie anschlägt oder Veränderungen zu spüren sind, um seine Akupunkturpunkte daraufhin abzustimmen. Akupunktur ist individuell sehr verschieden. Manchmal hilft es, die Nadeln zu bewegen, nach links oder rechts zu drehen. Die Akupunkturpunkte sollten nicht nach Schema F bei jedem Patienten immer gleich gesetzt werden. Denn genau da setzt die TCM an, bei der auf den Patienten abgestimmten Behandlung.

Worauf muss sich ein Patient bei einer Akupunkturbehandlung einstellen?

Beate Graszynski: Zu einer Akupunkturtherapie gehören in der Regel zehn bis zwölf Behandlungen, von denen wöchentlich etwa zwei durchgeführt werden. Jede Behandlung hat ungefähr eine Dauer von 30 bis 45 Minuten. Dann wird meist eine Pause von zwei bis drei Wochen eingelegt, bis eine neue Therapieserie erfolgen kann. Wenn der Therapieverlauf oder die Schwere der Behandlung es erforderlich machen, sind weitere Behandlungsserien erforderlich. Anders als hier wird in China während einer akuten Krankheitsbehandlung ein bis mehrmals täglich behandelt. Das führt natürlich zu einem schnelleren Heilungserfolg.

Gibt es Alternativen zur Akupunktur?

Beate Graszynski: Wie schon erwähnt, ist die Akupunktur eine von mehreren Ansätzen in der TCM? Manchmal müssen Energien ausgeleitet werden, das heißt, es wird sedierend behandelt, wie bei der Behandlung von Schmerzen. Da ist die Akupunktur genau richtig. Bei Schwächezuständen ist es jedoch hilfreich tonisierend zu arbeiten, also Spannung in den Körper einzuleiten. Dann hilft Moxabustion oder Akupressur wesentlich besser. Ein guter Therapeut wird genau darauf eingehen.

Gibt es Nebenwirkungen bei der Behandlung mit Akupunktur?

Beate Graszynski: Es können Symptome aufflammen, die jedoch den Heilungserfolg günstig vorantreiben. Diese können vielseitig sein, wie plötzliches weinen , Durchfall oder Hitzewallungen. Solche Symptome brauchen nicht zu beunruhigen. Sie vergehen auch wieder rasch.

Gibt es Menschen, die für Akupunktur ungeeignet sind?

Beate Graszynski: Ja, das können zum Beispiel Makomarpatienten sein. Ein Arzt oder Heilpraktiker wird aber alle Befindlichkeiten gut abwägen und nur dann behandeln, wenn alle Risiken abgeklärt wurden. Grundsätzlich sollten Kinder eher nicht mit Akupunktur behandelt werden. Sedierende, also ausleitende Behandlung ist für die noch im Wachstum befindlichen Kinder nicht angezeigt. Auch hier kann Akupressur die bessere Alternative sein.

Das Interview führte Amelie von Kruedener

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