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Wann heiraten? Der ideale Zeitpunkt für die Hochzeit

Birgit Ehrenberg kennt sich in puncto Liebe aus
Birgit Ehrenberg ist die Liebesexpertin

Auch die Liebe kann man planen

Es gibt für alles im Leben den richtigen Zeitpunkt. Die alten Griechen nannten diesen günstigen Moment „Cairos“; wir modernen Menschen gebrauchen das Wort „Timing“. Mir persönlich ist der Ausdruck „Timing“ zu salopp. Gerade, wenn es um so gewichtige Dinge wie das Gestalten einer Liebesbeziehung geht, braucht es vielmehr als das richtige „Timing“. Man muss in die Tiefe gehen, ein Gespür für die Liebe und ihre Entwicklung haben, man muss klug und umsichtig sein, um zu erkennen, wann was in einer Partnerschaft getan werden muss. Timing passt eher zum Eierkochen.

Kommen wir zu den zentralen Punkten der Liebe, nehmen wir den richtigen Zeitpunkt für die Eheschließung unter die Lupe. Wann sich Liebende auf den Weg ins Standesamt begeben, das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Es gibt Paare, die kennen sich drei Wochen und schließen den Bund fürs Leben. Wer weiß, dass sich die tollen Verliebtheits-Hormone ca. sechs Monate halten, der versteht, was Menschen treibt, die schnell heiraten. Sie handeln aus diesem Rausch heraus. Das muss nicht verkehrt sein. Niemand kann mit Sicherheit sagen, ob aus dieser Verliebtheit nicht eine dauerhafte Liebe wird. Insofern ist eine Blitzehe ähnlich wie Lotto spielen.

Kann man also sagen, dass eine Hochzeit nach drei Wochen zum 'falschen' Zeitpunkt geschieht, weil die Unsicherheiten zu groß sind? Ich würde diese Frage mit Entschiedenheit verneinen. Die Unsicherheiten werden mit der Dauer eine Bindung nicht wirklich kleiner. Das belegen die vielen Ehen, die vor dem Scheidungsrichter enden, obwohl sie erst geschlossen wurden, nachdem sich Frau und Mann schon über zehn Jahre kennen. Diese Paare haben sich geprüft, ihre Liebe hat sich bewährt, wenn man so will.Trotzdem: Auch über diese Paare kann nach einem halben Jahr Ehe das plötzliche Liebesunglück und die Trennung kommen.

Heiraten, um im Hier und Jetzt etwas zu besiegeln

Der häufigste Grund: zu hohe Erwartungen. Wer ewig ohne Trauschein bestens klar kam, der denkt, es müsste wer weiß was geschehen, wenn er im Stande der Ehe lebt. Viele Langzeit-Paare hoffen insgeheim sogar, dass sie einen zweiten Frühling erleben, wenn sie endlich heiraten - und überfrachten die Ehe damit hoffnungslos.

Wenn Ihr mich auf einen idealen Zeitpunkt für eine Ehe festnageln wollt, dann ist hier meine Antwort: Zwei Jahre nach dem Kennenlernen.

Wie komme ich gerade auf diesen Zeitpunkt? Nun, früher haben sich die Menschen verlobt, heute ist das eher selten. Verlobt hat man sich ca. nach einem halben Jahr, das ist justament die Zeit, wo die Schmetterlinge im Bauch sich ausschleichen, wo es ernst wird.

Die Verlobung ist ein offizieller Akt, ein Bekenntnis zueinander, eine Art „Probe-Ehe“. Klassischerweise ist man ungefähr ein Jahr verlobt, die Liebe ist dann noch frisch, aber die eine oder andere Herausforderung hat sie überstanden. Man hat noch viel Mut und Mumm, weitere Herausforderungen zu wagen.

Wer also nach 18 Monaten das Aufgebot bestellt und vielleicht maximal sechs Monate später heiratet, kennt und liebt sich zwei Jahre, man ist sich vertraut, der Lack ist aber in keiner Weise ab. Eigentlich, und das ist wichtig, könnte man auch noch einfach „so“ zusammen sein, ohne Trauschein.

Der „Liebes-Laden“ läuft, man glaubt nicht, dass durch die Ehe alles noch viel besser wird. Man heiratet, um im Hier und Jetzt etwas zu besiegeln. Streng genommen braucht man in diesem Moment die Ehe nicht zwingend für das Liebesglück, die Ehe ist eine Art „Draufgabe“.

Und etwas nicht zu brauchen, das ist immer gut für die Liebe. Sie entfaltet sich ohne Druck und mit wenigen Erwartungen optimal und mündet auf diese leichte Weise elegant in den Hafen der Ehe – mit Aussicht auf Bestand des Hafens.

Liebe leicht gemacht , Eure Birgit

Das halten Männer wirklich von der Idee zu heiraten
Das halten Männer wirklich von der Idee zu heiraten Hochzeit 00:00:47
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