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Wann ein Kind? Der beste Zeitpunkt

Wann ein Kind? Der beste Zeitpunkt
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Reif für's Wunschkind?

"Mit Ende 30 schwanger werden - ist doch kein Problem!" So oder ähnlich denken heutzutage viele junge Frauen, wenn es um das Thema Kinderwunsch geht. Dass die biologische Uhr aber mitunter schneller tickt als gedacht, vergessen viele. Genau hier setzt eine neue Initiative an: "Reif fürs Wunschkind" hat sich zum Ziel gesetzt, jungen Frauen Impulse und Denkanstöße für die Familienplanung zu geben. Dr. Susanne Wohlers, Fertilitätsmedizinerin in Essen und Beiratsmitglied der Initiative, erklärt uns, warum der Kinderwunsch am besten frühzeitig umgesetzt werden sollte.

Interview mit Dr. med. Susanne Wohlers

Frauenzimmer.de: Frau Dr. Wohlers, wie alt sind heutzutage junge Frauen bei der Geburt ihres ersten Kindes? Und wie sah das vor etwa 50 Jahren aus?

Dr. Susanne Wohlers: In den 1960er Jahren bekamen Frauen ihr erstes Kind bereits mit 23. Heute sind Frauen bei der Geburt ihres ersten Kindes im Durchschnitt älter als 30. Mögliche Gründe dafür liegen im Wunsch nach dem "rundum perfekten Setting": Die Ausbildung soll beendet, die Karriere bereits angeschoben, der perfekte Partner gefunden und das Haus im Grünen fertig gebaut sein. Sichere Verhütungsmittel machen zudem ein langes Aufschieben des Kinderwunsches möglich und ganz selbstverständlich. Die Entscheidung für ein Kind muss dagegen aktiv von den Paaren getroffen werden. Sind nicht alle vermeintlich wichtigen Voraussetzungen für die Umsetzung des Kinderwunsches erfüllt, zögern viele, und die Jahre gehen ins Land.

FZ: Warum kann es mitunter problematisch sein, erst mit Mitte oder Ende 30 an die Familienplanung zu denken?

Dr. Susanne Wohlers: Bereits vor der Geburt bekommt jede Frau eine große Zahl an Eibläschen mit auf den Lebensweg, die nach und nach verbraucht wird. Ab Mitte 30 leert sich dieser Vorrat rascher und es kann dann zunehmend schwieriger werden, bis eine Schwangerschaft eintritt. Was viele nicht wissen: Auch die Aussichten, mit medizinischer Hilfe ein Kind zu bekommen, sinken mit zunehmendem Alter. Dass viele Frauen sich über die Grenzen der eigenen Fruchtbarkeit nicht im Klaren sind, zeigt eine Studie des Allensbach-Instituts. Demnach glaubt etwa jeder zweite Deutsche, dass es für Frauen erst jenseits der vierzig schwieriger wird, schwanger zu werden und darüber hinaus ein gesundes Kind auszutragen.

FZ: Was raten Sie jungen Frauen, die "irgendwann einmal" Kinder haben möchten?

Dr. Susanne Wohlers: Ob und wann jemand Kinder bekommen möchte, muss letzten Endes jeder für sich selbst entscheiden. Ich empfehle jungen Frauen, sich bereits frühzeitig Gedanken über die Familienplanung zu machen. Unserer Initiative liegt es am Herzen, junge Frauen für das Thema Kinderwunsch zu sensibilisieren, mit weit verbreiteten Irrtümern aufzuräumen und eine Orientierungshilfe für die weitere Lebensplanung zu geben.

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