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Wann brauchen Kinder wirklich eine Zahnspange?

"Zahnspangen haben keinen gesundheitlichen Nutzen"

In keinem anderen Land der Welt tragen so viele Kinder eine Zahnspange wie in Deutschland. Dabei haben lediglich zehn Prozent der Zahnspangenträger wirklich eine nötig. Das behauptet zumindest der Kieferorthopäde Dr. Henning Madsen. Die meisten Zahnspangen seien ohne jeglichen gesundheitlichen Nutzen. Bei dem Rest gehe es lediglich um die Ästhetik.

Laut Dr. Madsen gibt es nur drei Fälle, in denen Kinder dringend eine Zahnspange brauchen: Bei einem Kreuzbiss der Schneidezähne, bei einem vollständigen Kreuzbiss des Unterkiefers und bei einem stark vergrößerten Überbiss.

Ganz anders wiederum sieht das Dr. Gundi Mindemann vom Berufsverband der Kieferorthopäden. Die Behandlung diene vor allem der Vorsorge. Denn wer als Kind eine Zahnspange trage, habe später weniger Probleme mit den Zähnen, zum Beispiel weniger Karies oder Parodontitis. "Die Behandlung im jugendlichen Alter zu machen, ist einfacher. Die Strukturen reagieren besser, der Patient ist belastbarer. Kinder stecken viel weg und man kann präventiv enorm viel verhindern, was im Erwachsenenalter Probleme machen würde", so Mindemann.

Generell gilt: Kinder sollten erst ab elf Jahren eine Zahnspange bekommen. Die Behandlung sollte nicht länger als vier Jahre dauern und Eltern sollten Kinder unbedingt in die Entscheidung mit einbinden, denn eine langjährige Behandlung mit einem Kind durchzuführen, das keine Lust darauf hat, bringe am Ende gar nichts.

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