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Waist to height Ratio: Bei Bauchfett steigt das Herzinfarktrisiko

BMI ist veraltet - das neue Maß zur Beurteilung des Risikos für Herzinfarkt ist Waist to height Ratio
Um sein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einzuschätzen, sollte man den Bauchumfang messen. © Fotolia Deutschland

BMI ist veraltet - wie Sie nun Ihr Herzinfarktrisiko bestimmen

Vergessen sie den Body-Maß-Index (BMI), die neue Zauberformel für den gesunden Körper heißt WHtR (waist-to-height ratio). Ist dieser zu hoch, können Herzkrankheiten die Folge sein.

Bisher galt: Mit einem BMI-Wert (Gewicht durch Körpergröße in Metern zum Quadrat) über 25 gilt man als übergewichtig. Doch diese Einschätzung könnte zumindest aus medizinischer Sicht bald als veraltet gelten. Denn Mediziner der Ludwig-Maximilian-Universität in München (LMU) haben nun in einer Studie belegt, dass der Taillenumfang eine viel wichtigere Rolle für die eigene Gesundheit spielt, als ein hoher BMI. Somit ist also nicht die Menge, sondern die Verteilung des Körperfetts für Herzkrankheiten und andere Erkrankungen entscheidend.

"Der BMI spielt keine Rolle für das Schlaganfall-, Herzinfarkt- oder Todesrisiko eines Menschen", sagt Studienleiter Harald Schneider. Denn "Fett sei nicht gleich Fett", so Schneider und macht deutlich: Das "böse“ Fett am Bauch - im Gegensatz zum "guten" Fett an Hüften, Oberschenkel und Po - könne schädliche Fettsäuren und andere Stoffe an den Körper abgeben, die dann Entzündungen verursachen.

Werte über 0,5 sind gefährlich

Das Verhältnis von Hüft- zu Taillenumfang und die Zahl die sich ergibt, wenn man den Taillenumfang durch die Körpergröße teilt, kurz WHtR, ist demnach viel wichtiger bei der Abschätzung des Krankheitsrisikos. "Je höher der WHtR, desto größer das Risiko", stellten Schneider und seine Kollegen mit Blick auf Herzinfarkt und Schlaganfall fest. Das bedeutet: Wer zuviel Bauchspeck mit sich herumträgt, den trifft irgendwann der Schlag.

Werte über 0,5 gelten demnach als medizinisch kritisch. Doch die Grenze zur gesundheitlichen Bedenklichkeit könne sich mit dem Alter nach oben verschieben. Der BMI habe diesbezüglich hingegen gar keine Aussagekraft. Für ihre Studie hatten die LMU-Forscher bei knapp 11 000 Probanden bis zu acht Jahre lang regelmäßig Taillenumfang und BMI kontrolliert.

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