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Vorsicht vor Nickel in Modeschmuck - und Chrom in Leder

Zu viel Nickel in Modeschmuck
Zu viel Nickel in Modeschmuck DAS müssen Sie jetzt wissen 00:01:18
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Mehr Gifte in Modeschmuck und Leder

Sie glitzern und funkeln - und doch trügt der schöne Schein der kleinen Modeschmuckstücke oftmals: Fast jeder sechste Stecker von Ohrringen oder Piercings enthielt 2014 zu viel Nickel, warnt das Bundesamt für Verbraucherschutz. Eine Gefahr für die Gesundheit! Denn die Nickelallergie ist eine der häufigsten Allergien in Deutschland, Schätzungen zufolge leidet jede zehnte Frau und jeder hundertste Mann darunter.

Nickel in Ohrsteckern
Allergiker müssen aufpassen: Die Grenzwerte für Nickel in Ohrsteckern wurden 2014 um 17,4 Prozent überschritten! © Okan METIN

Viele Menschen reagieren allergisch, wenn sie mit Gegenständen in Kontakt kommen, die Nickel abgeben. Es kann zu Juckreiz kommen, zu Rötungen der Haut. Meist ist die Reaktion auf die Hautpartie begrenzt, die Kontakt mit dem Material hatte. Grundsätzlich gilt: Je enger und je länger der Kontakt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Reaktion. Für Allergiker gibt es aber auch gute Nachrichten: Von den geprüften Schmuckteilen und Verschlüssen überschritten nur 4,9 Prozent den Grenzwert - nach zuvor 10 Prozent in 2008.

Eine EU-Verordnung begrenzt den Nickelgehalt. Wer aber auf Märkten Importware kauft, hat eventuell einen höheren Nickelgehalt im Schmuckstück. Die sichersten Materialien für Schmuck sind Feingold, das nicht als Legierung angeboten wird, und Platin, so Experten. Beide machen praktisch keine Beschwerden.

Und was tun, wenn es juckt? Erst einmal muss das Schmuckstück runter von der Haut. Dann hilft eine kortisonhaltige Creme - zunächst einmal zum Abheilen. Zum anderen verhindert das Kortison auch, dass die Immunzellen Gedächtniszellen bilden, die Allergie langfristig also stärker ausfällt. Wer bemerkt, dass er bei Kontakt mit einem bestimmten Schmuckstück darauf reagiert, sollte idealerweise auch einen Test beim Hautarzt machen: Ein sogenannter Epikutantest zeigt unter anderem, welche Metalle nicht vertragen werden. Beim nächsten Schmuckkauf kann der Juwelier so bestimmte Schmuckstücke ausschließen.

Weniger Chrom in Lederprodukten

Ob Handschuhe, Rucksäcke, Schuhe oder Armbanduhren - auch Lederprodukte können bei unmittelbarem Hautkontakt Allergien auslösen. Das ist dann der Fall, wenn sogenanntes sechswertiges Chrom (Chrom VI) enthalten ist, das über bestimmte Gerbverfahren hineingelangt. In Lederprodukten, die direkt mit der Haut in Kontakt kommen, darf es nicht nachweisbar sein. Den Kontrolleuren zufolge ging der Gehalt von sogenanntem sechswertigen Chrom in Lederprodukten im Vergleich zu einer Untersuchung von 2009 zurück.

Auch zuletzt wurde sechswertiges Chrom darin aber noch gefunden. 16 Prozent der 386 Proben enthielten es demnach. Besonders oft kam es in Handschuhen und Fingerlingen vor.

In unserem Video zeigen wir Ihnen, was Sie bei einer Nickelallergie tun sollten und was dagegen hilft!

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