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Vorlese-Tag: So lernen Kinder Bücher lieben

Kinderbücher sind total gefragt - trotz iPad & Co.

Kinder und Jugendliche lesen gerne. Nicht alle, aber fast die Hälfte - und das trotz Smartphone und Internet. Das zeigt eine Studie der 'Stiftung Lesen'. Damit es noch mehr werden, sind beim bundesweiten Vorlese-Tag fast 80.000 Vorleser unterwegs, darunter viele Prominente.

Kinder lieben Bücher - das zeigt eine aktuelle Studie
Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wird, greifen als Erwachsene öfter selbst zum Buch. Das zeigt eine aktuelle Studie. © altanaka - Fotolia, altanaka

Lesen ist ganz schön cool - vor allem, wenn ein echter Star es vormacht. Für Pop-Sängerin Sarah Connor ist der Vorlese-Tag ein persönliches Anliegen: "Bei uns ist das Vorlesen ein großes Thema. Man muss es immer wieder attraktiv machen", sagt die Dreifach-Mami. In 30 Prozent der Familien mit Kindern im Vorlesealter von zwei bis acht Jahren wird laut der Vorlesestudie selten oder gar nicht vorgelesen. Besonders in Haushalten aus bildungsfernen Schichten. Ein weiteres Ergebnis: Väter lesen ihren Kindern deutlich seltener vor als Mütter. Während 29 Prozent der Mütter ihren Kindern täglich vorlesen, machen dies nur neun Prozent der Väter.

Dabei lernen Kinder, denen vorgelesen wird, besser sprechen - und sie greifen später öfter selbst zum Buch. Bei den 14- bis 19-Jährigen immerhin 46 Prozent. Entscheidend ist, was im Buch steht. Bei den Kids liegen Fantasy, Vampir, Historien- und Comic-Romane voll im Trend. Auch digitale Medien können einen Anreiz für das Vorlesen schaffen. Seit dem vergangenen Jahr ist gerade in bildungsfernen Milieus der Anteil der Haushalte mit Kindern im Vorlesealter, die einen Tablet-PC besitzen, stark gestiegen.

Ist die Begeisterung erst mal geweckt, geht’s für viele Jugendliche nach der Schule sogar ab in die Buchhandlung: zum Abhängen. "Ich mag es, wenn man sich in die Geschichten so hineinversetzen kann, in andere Welten abtauchen und einfach mal so den Alltag vergessen kann ", sagt die 17-jährige Schülerin Julia Röttger. Das Lesen in altmodischen Büchern aus Papier ist für viele Jugendliche eben auch eine willkommene Abwechslung zu Facebook, Smartphone & Tablet.

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