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Vorbei mit Tabak und Alkohol – Das Internet ist die größte Sucht der Jugendlichen

Jugendliche haben oft eine Internet-Sucht.
Gerade Jugendliche verfallen häufig der Sucht des Internets. © DPA

Facebook, Computerspiele und Co. verschlingen unsere Kinder

Der Drogen- und Suchtbericht der Bundesdrogenbeauftragten Marlene Mortler (CSU) für 2016 ist online und verrät, wieso Rauchen und Alkohol längst nicht mehr das größte Problem bei Jugendlichen ist. Denn die gute Nachricht des Berichts ist: Kampftrinken und auch Rauchen wird unter Jugendlichen immer unbeliebter. Die schlechte Nachricht: Dafür heißt die neue Suchtgefahr für Kinder und Jugendliche nun World Wide Web.

Jüngere sind am häufigsten von der Internetsucht betroffen. So zeigten in der Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen etwa 250.000 oder 2,4 Prozent Anzeichen einer Abhängigkeit, unter den 14- bis 16-Jährigen sind es sogar vier Prozent. Nach der neuen Erhebung gehen Mädchen und Frauen eher in den sozialen Netzwerken "verloren" - Jungs bei Computerspielen.

Insgesamt gibt es in Deutschland mehr als eine halbe Million onlinesüchtige Menschen. Bis zu einer weiteren halben Million Nutzer sind gefährdet. Demnach können von den 14- bis 64-Jährigen etwa 560.000 Menschen als internetabhängig bezeichnet werden, die täglich mindestens vier bis fünf Stunden am Computer verbringen. Das entspricht etwa einem Prozent dieser Gruppe.

Wie ist der Stand bei Alkohol und Tabak?

Beim Alkohol- und Tabakkonsum sind seit geraumer Zeit Erfolge zu verzeichnen. Auch das jugendliche Rauschtrinken ist zurückgegangen. Dennoch werden jedes Jahr mehr als 15.000 Kinder und Jugendliche von zehn bis 17 Jahren mit Alkoholvergiftungen ins Krankenhaus eingeliefert. Zwischen 42.000 und 74.000 Menschen sterben jährlich an den Folgen übermäßigen Alkohols. Bei etwa drei Vierteln dieser Fälle ist eine Kombination aus Trinken und Rauchen Todesursache.

Ein Viertel der Deutschen raucht zwar immer noch, doch der Trend ist rückläufig. Bei den 12- bis 17-Jährigen sind es nur noch 7,8 Prozent - ein historische Tiefstand. Allerdings sterben am Rauchen nach wie vor jährlich 120.000 Menschen. Dabei wird die Tabakindustrie an den Pranger gestellt, die zuletzt fast 200 Millionen Euro für Werbung ausgegeben habe.

Tipps gegen die Onlinesucht

Um zu verhindern, dass Sie oder Ihre Kinder der Internetsucht verfallen, gibt es ein paar einfache Tipps, die man anwenden kann, um nicht ständig am Handy zu sein. Holen Sie beispielsweise den guten alten Wecker raus, der Sie morgens aus dem Bett holt. So haben Sie nicht immer das Smartphone neben dem Bett liegen. Auch ein Blick auf die Armbanduhr anstatt aufs Smartphone kann eine Online-Offline-Balance fördern.

Wer das Handy in der Hosentasche trägt, ist schneller dazu geneigt, damit rumzuspielen, als wenn er das Handy in den Rucksack steckt. Und was sowieso viel besser ist: Kommunizieren Sie doch bei einem gemütlichen treffen mit Freunden lieber live und machen Sie das Handy dabei ganz aus oder lautlos.

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