Vor ihrem Freitod: Brittany Maynard erfüllt sich ihren letzten Wunsch

Sie verbringt so viel Zeit wie möglich mit ihrer Familie und in der Natur

Brittany Maynard hat in den USA eine Diskussion um die Sterbehilfe ausgelöst. Denn die 29-jährige Amerikanerin möchte am 1. November ihrem Leben ein Ende setzen. Im Frühjahr dieses Jahres teilten ihr die Ärzte mit, dass sie einen Gehirntumor hat und ihr noch ein halbes Jahr bleibt. Bevor sie aus dem Leben scheiden wird, hat sie nun ihre 'Bucket List' abgearbeitet: Sie hat die Dinge gemacht, die sie noch erleben wollte.

Brittany Maynard hat Krebs
Brittany Maynard mit ihrer Familie am Grand Canyon © dpa

Seitdem sie weiß, dass sie bald sterben wird, ist Brittany viel gereist: Mit ihrem Ehemann Dan zum Yellow-Stone-Nationalpark, mit ihrer besten Freundin nach Alaska. Dort hätten sie unter anderem eine Kajaktour zu den Gletschern unternommen, erzählt die junge Frau in einem Video auf ihrer Internetseite 'The Brittany Maynard Fund'. Später habe sie ihre Mutter in Alaskas Hauptstadt Juneau getroffen und eine Bootstour gemacht.

Ihren letzten großen Wunsch hat sich Brittany Ende Oktober erfüllt: Mit ihrer Familie hat sie den Grand Canyon besucht. "Ich habe meine Zeit mit den beiden Dingen verbracht, die ich am meisten liebe: Meine Familie und die Natur", schreibt sie auf ihrer Seite. Doch so sehr sie ihre letzten Tage auch genießen mag, den Krebs kann die junge Frau nie ganz vergessen. "Schlimmes Kopfweh und Nackenschmerzen sind mein ständiger Begleiter", erklärt sie. Am Tag nach dem Ausflug zum Grand Canyon hatte sie ihren bisher stärksten Krampf. Sie sei bewusstlos gewesen und hätte kurzzeitig ihr Sprachvermögen verloren.

"Meine Mutter wird bald ihr einziges Kind verlieren"

"Ich nehme verschreibungspflichtige Medikamente, die das Wachstum des Tumors verringern sollen. Dadurch ist mein ganzer Körper aufgeschwollen", schreibt sie weiter, "Dan und ich haben den Wunsch aufgegeben, eine Familie zu gründen. Meine Mutter wird bald ihr einziges Kind verlieren. Wir sind uns wohl alle einig, dass kein Elternteil sein Kind beerdigen sollte."

Am 1. November möchte sie sich nun in ihrem eigenen Bett im Kreise ihrer Familie das Leben nehmen. Und zwar weil es ihr wichtig ist, dass sie in Würde sterben kann. Das ist auch der Grund für ihre Seite: "Ich habe diese Seite nicht gemacht, weil ich Aufmerksamkeit möchte", stellt sie klar, "Ich möchte eine Welt haben, in der jeder mit Würde sterben kann, so wie ich. Meine Reise wird durch meine Wahl viel einfacher."

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