Von zuhause arbeiten: Tipps für die Heimarbeit

Arbeiten von zuhause?
Arbeiten von zuhause? © diego cervo - Fotolia

Sie möchten Streit? Arbeiten Sie von zuhause aus!

Heimarbeitsplatz - das klingt nach entspanntem Arbeitsalltag mit vielen Kaffeepausen und lauter Musik. Endlich mal Bilanzen in Jogginghose statt im Kostüm prüfen! Zwar arbeiten in Deutschland nur rund zehn Prozent der Berufstätigen zum Teil Zuhause, dabei würden gern 41 Prozent zumindest ein paar Tage in der Woche lieber in den eigenen vier Wänden ihrer Arbeit nachgehen. Das sollten sie sich jedoch lieber gut überlegen, wie ein US-Forscher herausfand.

Von Merle Wuttke

Professor Tim Golden vom Rensselaer Polytechnischen Institut in New York befragte 300 Mitarbeiter einer großen Computerfirma zu ihrer familiären Konfliktsituationen und ihrer Work-Life-Balance. Darunter waren Mitarbeiter, die ausschließlich im Büro arbeiteten und solche, die ihren Arbeitsplatz daheim eingerichtet hatten. Vier von fünf Befragten fühlten sich gestresst, wobei das Arbeiten im Home-Office diesen Zustand noch verstärkte.

Bereits bestehende Schwierigkeiten innerhalb der Familie wurden durch das Arbeiten zu Hause als noch belastender empfunden. Dabei sollte diese Arbeitsform ja gerade für Mütter und Väter eine Hilfe sein, um in der Familie präsenter sein zu können. Offenbar ist das Gegenteil der Fall und für einige Berufstätige wäre es angesichts dieses Ergebnisses wohl besser, ihre Batterien im Büro aufzuladen. Wer sich jedoch von kleineren Streitereien mit Mann und Kindern nicht so leicht aus der Ruhe bringen lässt, dessen Lebensgefühl profitiert vom Heimarbeitsplatz.

Auch das Arbeiten von zuhause muss geregelt sein

Allerdings gelten auch für das Arbeiten von Zuhause einige Regeln. Sich einfach in Nachthemd und Bademantel an den Rechner setzen ist nicht möglich. Studien haben ergeben, dass man effektiver arbeitet, wenn man sich morgens genauso fertig macht, als müsste man ins Büro gehen. Und auch der Arbeitsplatz in der Wohnung sollte genau das sein, was sein Name schon sagt: ein Arbeitsplatz.

Sich mit dem Laptop gemütlich auf die Couch setzen oder zwischen den Kinderbasteleien am Küchentisch arbeiten, motiviert weder noch hilft es, die nötige Konzentration aufzubauen. Ebenso wichtig ist das eigene Zeitmanagement. Ähnlich wie im Büro sollte man sich einen bestimmten Zeitrahmen bis zur ersten Pause geben und konzentriert an seinem Projekt arbeiten - das heißt, nicht zwischendurch "kurz die Wäsche machen" oder Geschenke für den Kindergeburtstag einpacken. So verzettelt man sich nur.

Soziale Netzwerke, sofern sie nicht wirklich arbeitsrelevant sind, sind während der Arbeitszeit Tabu und gehören ausgeschaltet. Das Telefon kann man so einstellen, dass private Anrufe direkt auf die Mailbox umgeleitet werden und man nicht mitten in der Arbeit dazu verführt wird, über die neue Kindergärtnerin mit der Freundin zu lästern. Wer absolut netzabhängig ist, kann zur Not dem Rechner einfach befehlen, wie lange er vom Internet in Ruhe gelassen werden möchte - damit bestimmt man selbst, wie viele Stunden man unbehelligt vom Netz arbeiten möchte. Na dann - frohes Schaffen!

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