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Von-Willebrand-Syndrom: Wenn die Periode einfach nicht aufhört

SIE hatte fünf Jahre lang ihre Periode
SIE hatte fünf Jahre lang ihre Periode Von-Willebrand-Syndrom 00:02:21
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Chloe verlor durch das von-Willebrand-Syndrom fünf Jahre lang Blut

Vier bis fünf Tage lang seine Periode zu haben - das ist für erwachsene Frauen ganz normal. Und natürlich ist das manchmal nervig. Aber stellen Sie sich mal vor, Sie hätten Ihre Tage fünf Jahre am Stück. Das wäre doch ein wahrer Albtraum, oder? Aber genau so ging es der 27-jährigen Chloe Christos. Die Australierin leidet nämlich am von-Willebrand-Syndrom, einer Blutgerinnungsstörung.

Wie auch die bekanntere Bluterkrankung Hämophilie ist das von-Willebrand-Syndrom eine Erbkrankheit und gar nicht so selten: Eine von hundert Personen leidet laut Experten darunter. Erkrankte bluten unter anderem nach Verletzungen länger als gesunde Personen, zudem kann es - ohne äußere Einwirkung - zu Nasenbluten, Zahnfleischbluten und anderen Schleimhautblutungen kommen.

Doch die meisten Frauen trifft es noch härter: 58,2 Prozent der erkrankten Frauen leiden unter einer verlängerten, verstärkten und schmerzhaften Regelblutung - so wie Chloe. Neben den Schmerzen und den andauernden Stimmungsschwankungen, die mit der Periode einhergehen, verlor die Australierin sehr viel Blut. Innerhalb von vier Tagen circa einen halben Liter! Gesunde Frauen hingegen verlieren während ihrer Periode nur etwa 20 bis 60 Milliliter Blut. Die Folgen des von-Willenbrand-Syndroms: Blutarmut, Eisenmangel, Schwindelanfälle und ein sehr niedriger Blutdruck. Chloe konnte kaum noch aus dem Haus.

Richtige Behandlung für Frauen mit Blutgerinnungsstörungen

Lange konnten Ärzte nicht herausfinden, an welcher Krankheit Chloe leidet. Vor einigen Monaten wendete sich die 27-Jährige an eine Spezialklinik für Bluterkrankte - endlich mit Erfolg! Zum ersten Mal in 13 Jahren hatte sie danach einen ganz normalen Zyklus mit einer fünf Tage langen Periode.

Da fast nur Männer an Hämophilie leiden, gibt es für Frauen mit einer Blutgerinnungsstörung keinen richtigen Leitfaden für eine korrekte Behandlung. Damit die Krankheit aber auch bei ihnen schneller diagnostiziert werden kann, hat Chloe mit einer Freundin ein Projekt gestartet. Sie möchte mit einer Kampagne durchsetzen, dass die 'World Federation of Hemophilia‘ mehr auf Blutgerinnungsstörungen bei Frauen aufmerksam macht.

Chloe hat nämlich in ihrer Jahre andauernden Suche nach einer richtigen Behandlung schlechte Erfahrungen gemacht: Immer wieder stellte sie fest, dass Ärzte nicht wussten, wie sie eine Frau mit einer Blutgerinnungsstörung behandeln sollten. Und so wie ihr soll es in Zukunft keiner anderen Frau gehen!

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