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Vom Trennungsjahr bis zur Scheidungsurkunde: So läuft eine Scheidung ab

Ablauf einer Scheidung
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Ablauf einer Scheidung

Im besten Fall könnte eine Scheidung so aussehen

Ein Ehepartner will die Scheidung, geht mit seinem Anliegen zu einem Anwalt und lässt sich dort beraten. Anschließend macht er ihn zum Prozessbevollmächtigten.

Wenn es noch Unklarheiten wegen des Unterhalts geht oder wenn das Ehepaar Kinder hat, sollte auch der andere Ehepartner einen Anwalt nehmen.

Die Unterlagen werden von den Ehepartnern mitgebracht. Das fängt an beim Familienstammbuch bis hin zu einer Aufstellung von Einkommen und Vermögen.

Findet die Scheidung nicht im Einvernehmen statt, übernimmt der Anwalt des Antragstellers die Aufgabe, die benötigten Unterlagen vom anderen Ehegatten einzufordern.

Der Anwalt regelt dabei den gesamten Schriftverkehr mit dem gegnerischen Anwalt und dem Gericht.

Normalerweise findet der Kontakt zum Anwalt telefonisch oder schriftlich statt. Persönliche Gespräche, bei denen die Ehepartner erscheinen müssen sind nur ganz selten notwendig.

Nach dem Ende des Trennungsjahres kann der Scheidungsantrag eingebracht werden.

Wenn alle Fragen zu Unterhalt, Zugewinnausgleich, Versorgungsausgleich, Sorgerecht, eheliche Wohnung und Hausrat geklärt sind, geht die Sache vor Gericht. Dann kann ein Richter die Scheidung aussprechen.

Am Tag der Scheidung

Wenn alle Formalitäten erledigt sind und das Ehepaar alle Voraussetzungen erfüllt hat, kommt es zur Verhandlung. Die ist nicht öffentlich, das heißt außer dem beteiligten Ehepaar dürfen keibne Gäste dabeisein. Das darf erst beim Scheidungsausspruch geschehen.

Eine Scheidungsverhandlung läuft meistens so ab:

Der Antragsteller muss noch einmal klarstellen, dass er die Ehe unter gar keinen Umständen fortsetzen möchte, für gescheitert hält und die Scheidung wirklich will. Anschließend muss er die Angaben über das Trennungsjahr in den Unterlagen bestätigen.

Dann wird der andere Ehepartner zu seinen Scheidungsabsichten befragt.

Anschließend wird festgestellt,

- ob ein eventueller Unterhalt richtig berechnet wurde

- wie das Sorgerecht für gemeinsame Kinder geregelt wird

- wie das Besuchsrecht geregelt ist

- in welcher Höhe ein Versorgungsausgleich vorzunehmen ist.

- je nach Fall wird Vermögensausgleich und dessen Höhe vereinbart.

Wenn alles glatt geht, kann der Richter - diesmal öffentlich - verkünden, dass die Ehe geschieden wird.

Zum Scheidungstermin müssen sich die Eheleute mit Personalausweis oder Pass ausweisen. Außerdem muss das Familienstammbuch vorgelegt werden.

Eine Scheidung wird immer an einem Familiengericht verhandelt. Das passiert meistens in der zuständigen Abteilung des Amtsgerichtes. Wenn das Paar kinderlos ist, wird in dem Ort die Verhandlung geführt, in dem beide gemeinsam gelebt haben.

Wenn beide Ehepartner nicht mehr im ehemals gemeinsamen Wohnort leben, wird in dem Ort verhandelt, in dem der Antragsgegner, also dem Partner, der die Scheidung nicht angestrebt hat, lebt.

Hat das Ehepaar Kinder, wird in dem Ort verhandelt, in dem der Partner mit den Kindern gemeinsam lebt. Der Grund dafür ist, dass Kindern nicht zugemutet werden soll, aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen zu werden. Denn meistens werden die Kinder in einem Scheidungsprozess auch gehört.

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