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Volkskrankheit Alzheimer: Früherkennung ist extrem wichtig

Volkkrankheit Alzheimer: In 20 bis 40 Prozent aller Menschen über 50 schlummert die Krankheit

Machen wir uns nichts vor: Alzheimer ist eine Krankheit, die uns alle betrifft. Fast jeder wird irgendwann mit der Krankheit konfrontiert werden, entweder als Angehöriger eines Patienten oder als Betroffener selbst. Denn mit steigender Lebenserwartung nimmt auch die Zahl an Alzheimer erkrankten Mensch zu. Augen verschließen nützt da nichts - eine frühe Diagnose ist wichtig!

Menschen mit Alzheimer sollten auf früherkennung bauen.
Die Früherkennung bei Alzheimer kann die Krankheit nicht heilen, aber helfen aufzuhalten. © dpa, Tobias Kleinschmidt

Wie neueste Forschungsergebnisse zeigen, können Menschen Alzheimer 20 Jahre und länger in sich tragen, bevor die Krankheit ausbricht. Bei 20 bis 40 Prozent aller Menschen über 50 lassen sich bereits die charakteristischen Ablagerungen im Gehirn nachweisen, so der Vorsitzende der Gesellschaft deutscher Nuklearmediziner, Professor Detlev Moka.

Erwiesen ist aber auch, dass geistige Aktivität, Bildung und soziale Kontakte den Ausbruch der Krankheit verhindern können. Obwohl die Untersuchung per Positronen-Emissions-Tomografie (PET) bei etlichen der untersuchten Senioren umfangreiche Eiweiß-Ablagerungen zeigten, hatten die Betroffenen – die allesamt eine gute Ausbildung erhalten hatten - keine der eigentlich zu erwartenden Ausfälle. Sie meisterten die Demenz-Tests ohne Probleme.

Diesen Widerspruch erklären die Forscher damit, dass aktive Gehirne bei Störungen bestimmter Areale auf Reserven in anderen Hirn-Bereichen zurückgreifen können. Es ist schon lange bekannt, dass große Bereiche im Gehirn kaum genutzt werden.

Mit rund 1,4 Millionen Betroffenen und 200.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Alzheimer eine Volkskrankheit, die uns alle angeht. Die häufigste Demenzform kann jeden treffen - unabhängig von Bildung, Einkommen oder gesellschaftlichem Stand.

Alzheimer-Früherkennung: Eine frühe Diagnose ist wichtig!

Zum jährlichen Welt-Alzheimer-Tag am 21. September weist die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI), der größte private Förderer öffentlicher Alzheimer-Forschung in Deutschland, besonders auf die Bedeutung einer frühzeitigen Diagnosestellung hin.

"Wir möchten den Welt-Alzheimer-Tag gezielt nutzen, um den Menschen die Angst vor dem Arztbesuch zu nehmen. Denn eine frühzeitige Diagnose sichert Lebensqualität", sagt AFI-Sprecherin Christine Kerzel. "Nur so haben Betroffene die Möglichkeit, wichtige Entscheidungen über Betreuung und Pflege weitestgehend eigenständig zu treffen. Deshalb empfehlen wir allen Senioren, die bei sich eine Verschlechterung des Gedächtnisses feststellen, den Gang zum Arzt. Nur dieser kann feststellen, ob tatsächlich eine Alzheimer-Erkrankung vorliegt."

Mit der Diagnosestellung durch einen Hausarzt, Neurologen oder Psychiater kann zugleich auch eine Therapie beginnen. Alzheimer ist zwar trotz weltweiter Forschung bisher nicht heilbar. Die zugelassenen Medikamente können aber den Krankheitsverlauf verzögern bzw. stabilisieren.

Auch geistige Aktivität hält die Krankheit in Schach. Da es sich bei Alzheimer um eine fortschreitende Gehirnleistungsstörung handelt, ist es besonders wichtig, die Krankheit möglichst lange in einem frühen Stadium zu halten. Auch Begleiterkrankungen wie Schlafstörungen oder Depressionen können gezielt behandelt werden.

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