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Virusinfektionen: So schützen Sie sich

Nistet sich ein Virus im Köper ein, kann er eine Virusinfektion auslösen.
Viele Virusinfektionen lassen sich durch Impfungen vermeiden. © dpa, A2800 epa Whyld/pool

Gefährliche Krankheitserreger im Körper

Die meisten Virusinfektionen verlaufen dank der Fortschritte in der Medizin harmlos. Viele Impfungen und Behandlungsmöglichkeiten hat die Forschung bereits entwickelt. Doch Viren können sich rasend schnell verändern und sich ihrer Umwelt anpassen. Gegen neue oder mutierte Viren gibt es also zunächst keinen Schutz, denn ein Virus muss erst einmal identifiziert werden. Bis dahin ist es allerdings oft schon zu spät: Das Immunsystem kann den Krankheitserreger nicht abwehren - es kommt zur Infektion.

Um überhaupt zu existieren, müssen Viren in einen Organismus eindringen: Sie sind auf einen sogenannten Wirt angewiesen, um zu überleben und sich zu vermehren. Am längsten leben Viren, die sich dem Wirt-Organismus am besten anpassen. Sehr agressive Viren töten ihren Wirt und damit sich selbst. In solchen Fällen stellt die Isolation von Infizierten die einzige Möglichkeit dar, die Ausbreitung eines Virus' zu verhindern. Denn: Ohne Wirt kein Virus. Sind keine neuen 'Opfer' in der Nähe, sterben die Krankheitserreger ab.

Während Viren, wie Grippe- und Erkältungsviren, in der Regel durch die Tröpfcheninfektion in den Körper gelangen und sich dort vermehren, sind die Infektionswege vieler anderer, gefährlicher Viren noch nicht bekannt. Beispielsweise der in Deutschland häufig auftretende und sehr wandlungsfreudige Norovirus scheint sich auch über die Luft zu verbreiten.

Besonders bei den exotischen Viren ist aber oft nicht klar, wie sie sich auf den Menschen übertragen. Bei einigen Erregern gehen Forscher davon aus, dass Flugtiere andere Tiere über fallengelassene Nahrung anstecken. Bei Kontakt mit diesen Tieren, zum Beispiel Affen oder Nagetieren, beziehungsweise deren Ausscheidungen, kommt es dann zur Infektion beim Menschen. Aber auch durch Stiche oder Bisse infizierter Tiere gelangen manche Erreger in den menschlichen Organismus.

Durch den Export infizierter Tiere aus betroffenen Ländern oder infizierte Reisende werden diese dann in andere Länder eingeschleppt. Als besonders gefährlich gelten Viren aus dem asiatischen, afrikanischen und südamerikanischen Raum. So zum Beispiel das Marburg-, Lassa-, Ebola- oder Dengue-Virus. Aber auch das Hanta- sowie das H5N1- und das SARS-Corona-Virus sind gefürchtete Erreger. Denn gegen sie gibt es keine Anti-Viren oder Impfungen. Lediglich die Symptome lassen sich behandeln. Geschieht dies rechtzeitig, steigen die Überlebenschancen der Infizierten.

Virusinfektionen können tödlich enden

Aus einer Virusinfektion resultiert meistens auch eine sogenannte Infektionskrankheit. Im Krankheitsverlauf zeigt sich bei vielen tödlichen Viren das gefährliche „Hämorrhagische Fieber“: Hohes Fieber mit Blutungen, das zum kompletten Organversagen und damit zum Tod führt. Auch die sogenannte Inkubationszeit, also die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Erkrankung, ist bei diesen Virenarten oft gleich: Innerhalb einer Woche machen sich die ersten Symptome bemerkbar. Bei manchen Krankheitserregern kann es aber auch erst nach Wochen bis Monaten zum Ausbruch kommen. Dann wiederum gibt es Erreger, wie beispielsweise das HI-Virus, bei dem die anschließende Erkrankung ganz ausbleiben kann.

Infizieren können sich Menschen wie oben beschrieben über verschiedene Infektionswege: Es gibt die Tröpfchen-, Kontakt- oder Schmierinfektion sowie den Infektionsweg über Körperflüssigkeiten und über Insektenstiche. Bei den besonders gefährlichen Erregern erfolgt die Infektion meist über Tiere, die den Erreger tragen. Gibt es keine Impfungen gegen bestimmte Viren, bleibt als einziger Schutz letztendlich nur die Vermeidung der Infektionswege, die Einhaltung strikter Hygienemaßnahmen und der richtige Umgang mit den Bedingungen in virenträchtigen Ländern.

Um sich nicht zu infizieren, sollte man daher unbedingt den Kontakt mit wild lebenden Tieren vermeiden und sich durch entsprechende Kleidung vor Insekten, insbesondere vor Mücken, schützen. Gibt es hingegen Impstoffe gegen bereits erforschte Virusinfektionen, sollten Sie sich impfen lassen. Denn Impfmuffel gefährden nicht nur sich, sondern auch andere!

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