Viele Kinderbuch-Helden zeigen ADHS-Symptome

AD/HS und ADS prägen die Kinderbuch-Helden
Ein großer Teil des schriftstellerischen Werks von Astrid Lindgren widmet sich AD/HS-Kindern. © B0131 Pressensbild

Zappelphilipp und Träumerchen

Nervenarzt Dr. Heinrich Hoffmann hatte wohl öfter einmal mit ADHS-Patienten zu tun. 1844 wusste die Wissenschaft aber noch nichts über die 'stratiofrontale Dysfunktion' ADHS. So schrieb der Arzt - als Weihnachtsgeschenk für seinen dreijährigen Sohn - den 'Struwwelpeter'.

Insbesondere die Gestalt des Zappelphilipps, der das Kippeln nicht lassen kann und am Ende die Tischdecke samt Geschirr zu Boden reißt, erfüllt alle Kriterien, um als ADHS-Fall angesehen zu werden.

Aber auch 'Hanns-Guck-in-die-Luft' beschreibt Symptome der ADS ohne das Element der Hyperaktivität. Hanns kann sich nicht lange konzentrieren, lässt sich ständig ablenken und 'noch ein Schritt und: plumps! der Hans, stürzt hinein kopfüber ganz' fällt er ins Wasser. Er ist ein 'Träumerchen'.

Lindgren liebte ADHS-Kinder

Ein großer Teil des schriftstellerischen Werks von Astrid Lindgren widmet sich ADHS-Kindern. Ihre bekannteste Figur, Pippi Langstrumpf, die ‚tut was ihr gefällt‘. Die Schulverweigerin ist absolut unangepasst, wild, bereit, sich aufzulehnen gegen Autoritäten, dabei aber auch kreativ, kontaktfreudig und hilfsbereit. Hilfsbereitschaft und einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn findet sich bei fast allen ADHS-Kindern.

Ähnlich ihr ‚Michel aus Lönneberga‘: Dieser Blondschopf ist ein Chaot vor dem Herren. Neugier und Spieltrieb lassen ihn nicht davor zurückschrecken, seinen Kopf sogar zweimal in die Suppenschüssel zu stecken. Für ADHS-Patienten ist es nicht ungewöhnlich, dass die Spontaneität die Oberhand über gelernte Erfahrungen gewinnt.

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