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Viel Sex: Ein Zeichen des Konflikts?

Paare mit viel Sex suchen nach Bestätigung
Bedeutet häufiger Sex Konflikte?

Paare mit viel Sex suchen nach Bestätigung

Es gibt inzwischen so viele Ratgeber auf dem Büchermarkt, die uns verraten wollen, wie wir die Liebe finden und frisch halten, dass man damit eine ganze Bibliothek füllen könnte. Ich kaufe diese Bücher alle oder die Verlage schicken sie mir zu, so dass ich über sie berichten kann. Ich muss regelmäßig meine Regale ausmisten, sonst würden diese unter der Last der Liebesratgeber zusammenbrechen.

Ich habe jetzt das Buch mit dem verlockenden Titel „Was Paare zusammenhält“ von Werner Bartens gelesen. Untertitel: „Warum man sich riechen können muss und Sex überschätzt wird“. Der Autor hat alle Fakten und Studien zum Thema „Beziehungspflege“ zusammengekratzt und aufbereitet. Sein Ratgeber ist also quasi wie die „Ursuppe“ der Liebe. Was gehört in den Topf? Ich fasse das Wesentliche zusammen.

Dass man sich gut riechen können muss, das ist ein alter Hut. Darüber muss ich mich hier nicht auslassen. Dass Sex überschätzt wird, klingt allerdings interessant. Wie kommt Herr Bartens darauf? Nun, er zitiert Wissenschaftler, die herausgefunden haben, was mit Paaren passiert, die oft Händchen halten. Das hat auf die Harmonie der Beziehung eine positive Wirkung, das schweißt total zusammen. Im Gehirn werden bestimmte Synapsen angeklickt, wenn die Hände sich berühren. Mit Händchenhalten in die Ewigkeit der Liebe!

Das wirkt viel mehr als ein profaner Geschlechtsakt, so Barzen. Gegen Händchenhalten ist ein Orgasmus wie ein lauwarmer Kamillentee im Vergleich mit Champagner.

Barzen schreibt, dass nämlich Menschen, die sich wirklich nahe sind, die Händchenhalter, gar nicht oft Sex wollen und brauchen. Die fühlen sich miteinander sicher, deshalb brauchen sie den Sex nicht als Bestätigung und Vergewisserung, dass sie sich toll finden.

Viel Sex kann Ausdruck von einem Konflikt sein

Das ist eine kühne Theorie, finde ich. Dass das Verlangen nach häufigem Sex der Ausdruck von einem emotionalen Konflikt sei, die Sucht nach Bestätigung, weil man sich der Liebe des Partners nicht sicher ist. Ich kenne das so, dass man einfach scharf auf einander ist. Und ich finde das schön! Barzen geht nocht weiter mit seinem Geunke: Menschen in einer Langzeitbeziehung können keinen aufregenden Sex mehr erwarten, verkündet er.

Das ist mir persönlich zu mau. Da können Tausende von Wissenschaftlern kommen und das mit Studien belegen. Da denke ich an die Paare, die lange zusammen sind und dennoch aufregenden Sex erleben. Die gibt es! Die halte ich hoch. Was die können, kann ich auch. Ihr ebenfalls.

Ich mag das nicht, wenn man, was die Erwartungen an die Liebe angeht, den Ball zu flach hält. Ich selbst rate mitunter auch zu Bescheidenheit, zu Dankbarkeit. Doch wenn jemand sich auch nach 15 Jahren Beziehung tollen Sex wünscht, unterstütze ich ihn. Ich sage nicht „Schlag Dir das aus dem Kopf!“ Ich überlege: Wie kriegt man das hin?“ Ich gebe nicht auf! Das ist mir zu simpel.

Barzen geht noch einem anderen elementaren Beziehungsproblem auf den Grund. Dem Wunsch der Frauen, dass ihre Männer mit ihnen reden. Das ist für Frauen der Meilenstein auf dem Weg zum Liebesglück, würden die Männer mit ihnen sprechen. Tun diese aber selten. Es gibt oft Stress in Partnerschaften, weil Männer nicht reden.

Barzen sagt: „Alles Unsinn“. Viel besser ist es, wenn die Männer die Klappe halten und die Frauen massieren, wenn Redebedarf besteht. So die Ergebnisse von Studien.

Auch hier kann ich nur sagen: Das wird die Frauen, die mich um Rat fragen, auf die Palme bringen, denn sie wollen reden. Und sie wissen, was sie wollen. Sie würden irre werden, wenn sie reden wollen, und wenn der Partner schweigt und stattdessen ihren Rücken massiert. Es könnte zu echten Ausschreitungen kommen. Ich attestiere Herrn Barzen, dass er es gut gemeint hat mit seinem Buch. Mit diesen ganzen Fakten, Fakten, Fakten. Typisch männlich, dieses Buch...

Ich sage: Gegen die Wünsche und Träume der Menschen kann die Wissenschaft nichts ausrichten. Alle Theorie ist grau. Und bunt das Leben. Und die Liebe!

In dem Sinne, lasst Euch kein X für ein U vormachen!

Eure Birgit

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