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Viel Schaum um nichts: Farbschutzshampoos mangelhaft

Viel Schaum um nichts: Keines der getesteten Farbschutzshampoos konnte im Test überzeugen.
Viel Schaum um nichts: Keines der getesteten Farbschutzshampoos konnte im Test überzeugen. © Valua Vitaly - Fotolia, VALUA VITALY, Valua Vitaly

Wenn Sie Ihr Haar färben wissen Sie, wie aufwendig die Prozedur ist. Wie gut, dass es spezielle Farbschutzshampoos gibt, die für langanhaltende Farbbrillanz sorgen – so zumindest das Versprechen der Hersteller. Stiftung Warentest hat nun 16 Shampoos für coloriertes Haar unter die Lupe genommen – mit durchweg mangelhaftem Ergebnis.

Haare färben kostet nicht nur Zeit, wenn Sie es in Eigenregie zu Hause machen, sondern auch relativ viel Geld, wenn Sie Ihr Haar beim Friseur färben lassen. Von einem Farbschutzshampoo erwarten die meisten demnach zu Recht, dass es das Verblassen der Haarfarbe verzögert, die Haare pflegt und ihnen Glanz verleiht.

Stiftung Warentest hat 16 Farbschutzshampoos getestet. Die Spannbreite reichte dabei von Discounter- über Drogerie- bis hin zu Friseurfachhandelprodukten. Pro 100 ml mussten die Tester zwischen 0,20 bis 5,73 Euro auf die Theke legen. Das Ergebnis: Der Farbschutz aller 16 Shampoos wurde mit mangelhaft bewertet. Kein einziges Shampoo verzögert das Verblassen der Haarfarbe nachweislich. Und auch bei der Pflege der Haare glänzen nur wenige.

Die Shampoos wurden nach folgenden Kritierien bewertet:

Farbschutz: 45 %

Hier wurden die Waschbeständigkeit sowie die Wasch- und Lichtbeständigkeit getestet. Dazu wurden je drei europäische Naturhaarsträhnen mit Permanenthaarfarbe rot gefärbt und farbmetrisch vermessen. Dann wurde das Haar zwölf Mal gewaschen, getrocknet und erneut gemessen. Die Wasch- und Lichtbeständigkeit wurde untersucht, indem das Haar nach dem Waschen mit standardisiertem UV-Licht bestrahlt wurde, um eine etwa sechswöchige Sonnenstrahlung in Mitteleuropa zu simulieren. Anschließend wurde das Haar wieder farbmetrisch vermessen. Im Anschluss daran wurde die Gesamtfarbänderung im Vergleich zur unbehandelten Farbsträhne berechnet. Zusätzlich wurden die Farbunterschiede von drei Experten nach rein optisch beurteilt.

Pflegeeigenschaften: 35 %

21 Testerinnen mit leicht strapaziertem, gefärbtem Haar wurden je zwei Tage im Halbseitentest – das Haar wurde in der Mitte gescheitelt und rechts und links je ein anderes Shampoo aufgetragen - mit je zwei Testshampoos behandelt. Vor und nach der Anwendung beurteilten dann zwei Friseure das Entwirren der Haare, die Kämmbarkeit, den Griff, die Geschmeidigkeit, das Frisieren, das Volumen, den Glanz und die statische Aufladung.

Anwendung: 5 %

Hier wurde von zwei Friseuren beurteilt, wie gut sich das Shampoo verteilen, aufschäumen und ausspülen lässt.

Handhabung: 5 %

Für diesen Punkt bewerteten fünf Experten das Öffnen, Entnehmen, Verschließen und die Standfestigkeit der Shampooflasche.

Mikrobiologische Qualität: 5 %

Hierfür wurde die Gesamtkeimzahl bestimmt und das Produkt auf bestimmte Mikroorganismen in Anlehnung an das Europäische Arzneibuch, Ph. Eur. 7.0 (2.6.12/13) getestet.

Werbeaussagen, Beschriftungen: 5 %

Für diesen Punkt prüften drei Experten die Beschriftung der Produkte anhand der Kosmetik- und Fertigpackungsverordnung und LFGB.

Dabei galt: Wenn der Farbschutz oder die mikrobiologische Qualität schon mit mangelhaft bewertet wurde, konnte das test-Qualitätsurteil insgesamt nicht besser sein.

Was können Verbraucher tun?

Die Experten von Stiftung Warentest raten dazu, im Sommer immer einen Hut aufzusetzen, um das Ausbleichen des Haars zu verhindern. Da auch Salzwasser oder chloriertes Wasser das Haar angreifen, sollten Sie nach dem Schwimmen im Meer oder Pool das Haar immer ausspülen. Und für die Haarwäsche gilt: So oft wie nötig, so selten wie möglich.

(Quelle: Stiftung Warentest 04/2012)

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