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Viagra: Gefährlicher Trend - Viagra nicht im Internet bestellen!

Millionen Männer beziehen das Potenzmittel Viagra nicht aus der Apotheke.
Viagra: Die Hoffnung auf eine ordentliche Erektion sollte die Gefahren nicht ausblenden. © dpa, Uli Deck

Jeder dritte Mann bestellt Viagra rezeptfrei im Internet und verzichtet auf Beratung

Viele Männer beziehen Mittel gegen Erektionsstörungen wie Viagra rezeptfrei über das Internet. Ob nun aus Scham oder weil es im Netz weniger kostet, ist eigentlich egal. Denn wer die wichtige ärztliche Untersuchung von möglichen Gefäßerkrankungen unterlässt, setzt sich Gefahren aus. Und ein Ständer sollte das nicht unbedingt rechtfertigen.

Jeder dritte Mann, der Mittel wie Viagra, Cialis oder Levitra einnimmt, verzichtet auf ärztliche Beratung, so eine britische Studie. Das ist riskant, denn mit Herz- und Gefäßkrankheiten ist nicht zu spaßen. Da es viele Männer aus Verlegenheit vermeiden, von sich aus dem Arzt gegenüber Potenzprobleme anzusprechen, sollten die Ärzte dieses Thema öfter selbst zur Sprache bringen, empfehlen die Forscher im ‚Journal of Sexual Medicine’.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass in Europa etwa sechs Millionen Männer den Arztbesuch umgehen, um PDE-5-Hemmer zu erwerben", sagt Mike Kirby von der University of Hertfordshire. Medikamente aus der Gruppe der Phosphodiesterase-5-Hemmer bewirken eine Erweiterung der Blutgefäße und werden zur Behandlung einer erektilen Dysfunktion eingesetzt. Die Mittel mit den Wirkstoffen Sildenafil, Tadalafil oder Vardenafil sind in Deutschland verschreibungspflichtig.

Von den in der Studie befragten 11.899 Männern aller Altersstufen gaben 10,5 Prozent an, solche Mittel in den vergangenen sechs Monaten genutzt zu haben. Jeder Dritte hatte vorher seinen Arzt nicht aufgesucht. Dabei litten rund 65 Prozent unter einer erektilen Dysfunktion (Erektionsstörung). Die Forscher raten betroffenen Männern, nicht auf ärztliche Kontrolluntersuchungen zu verzichten, um zusätzlichen Gefäßerkrankungen vorzubeugen.

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