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VHS-Kurs für echte Männer? So ein Quatsch!

VHS-Kurs für echte Männer? So ein Quatsch!
VHS-Kurs für echte Männer? So ein Quatsch, findet Biirgit Ehrenberg © detailblick - Fotolia

Lernt man Männlichkeit im VHS-Kurs

Ich habe mich schon oft zu dem Thema geäußert, was einen Mann zum Mann macht. Ob das von allein geht. Oder ob er deshalb in eine Schule gehen muss. Es gibt Kurse für Männer, die noch ein Quentchen Mumm brauchen. Im Wald finden die statt. Wildes Campen, sich von Insekten ernähren, einen Bären erlegen. Ob das nützt?

Was die Merkmale eines männlichen Mannes aus meiner Sicht sind: Stärke, Güte, Mut, Beschützerinstinkt. Und selbstverständlich auch Intelligenz und Bildung. Was Letzeres angeht, gibt es neben meiner Meinung auch noch eine weitere. Nämlich jene der Volkshochschule Osterode. Osterode liegt im Harz.

Da komme ich her. Ansonsten habe ich nichts gemein mit den Harzern.

Die Damen und Herren dort finden nämlich: Ein Akademiker und erst Recht einer mit einem Doktor-Titel bedarf gründlicher Nachhilfe im Mann-Sein. Weil er zum Beispiel Schwierigkeiten hat, als Bauhelfer zu arbeiten. Ich weiß gar nicht, was ein "Bauhelfer" ist. Etwas Bodenständiges wahrscheinlich. Wenn der Akademiker aber keinen Job bekommt, weil er nicht bodenständig ist, dann braucht er männliche Kernigkeit, um als Bauhelfer sein Brot zu verdienen. So die Osteroder Theorie.

Was das heißen soll, ist mir schleierhaft. Ich kann mir nur denken, dass die in Osterode glauben, dass ein Akademiker eine Art scheues Rehlein ist, nicht praktisch einsatzfähig. Dabei gibt es Manager, ganz harte Knochen, die sind auch Akademiker und trotzdem sehr kämpferisch und tatkräftig.

Die VHS Osterode spricht es zwar nicht offen aus, doch es hört sich so an, dass zumindest die Damen dort annehmen, dass alle Akademiker irgendwie Weicheier sind und durch eine harte Schule zum Mann erzogen werden müssen.

Mit dem diesbezüglichen Lernstoff (Holz hacken?) habe ich mich nicht befasst, weil mir das schon auf den ersten Blick sehr dumm erscheint, was die sich da ausgedacht haben in Osterode. Ich kenne so etwas von meiner Oma, doch die gehört wirklich einer anderen Generation an. Sie hat stets zu mir gesagt: "Nimm keinen 'Überstudierten', die können nicht einmal einen Nagel an die Wand hängen."

Was macht echte Männer aus?

Ich finde, dass man Männlichkeit überhaupt nicht davon abhängig machen kann, welche Ausbildung ein Mann absolviert hat. Für seine Männlichkeit spielt eine weitaus bedeutendere Rolle, was er für eine Mutter hatte. Ob das Verhältnis gut war. Männer, die eine lieblose Mama hatten, mögen keine Frauen. Und einen starken Vater, der dem Jungen Grenzen aufzeigt, aber voller Liebe, das ist ein weiterer Baustein auf dem Weg des männlichen Kindes zu einem männlichen Mann.

Im Prinzip ist alles einfach: Ein richtiger Kerl muss ein toller Mensch sein. Offen, verantwortungsbewusst. Das sind Eigenschaften, die lernt man weder an der Uni (die Uni zertört diese Eigenschaften allerdings auch nicht), noch an der VHS in Osterode.

Man lernt sie in der Schule des Lebens. Jeden Tag eine neue Lektion. Wer sich also als zu wenig männlich enschätzt, sollte sich dort anmelden. Kostet nichts und macht aus jeder Flasche einen männlichen Mann. Wenn man ordentlich aufpasst und seine Hausaufgaben macht. Das ist die Voraussetzung.

Ich hoffe, Ihr habt einen männlichen Musterschüler zu Hause!

Eure Birgit

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