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Verstopfung: Wenn im Darm nichts mehr geht

Verstopfung: Keine Sorge, wenn Sie nicht täglich Stuhlgang haben. Medizinisch reichen drei Mal pro Woche reicht völlig.
Verstopfung: Keine Sorge, wenn Sie nicht täglich Stuhlgang haben. Medizinisch reichen drei Mal pro Woche reicht völlig. © Kristin Gründler - Fotolia

Verstopfung: Teufelskreis Abführmittel

"Rien ne va plus" - "Nichts geht mehr" ist das Motto dieser Verdauungsstörung. Der Stuhl ist hart und von geringerem Volumen als sonst, weil ihm im Darm zuviel Wasser entzogen wurde. Dadurch wird die Darmentleerung schwierig und es entsteht ein Völle- oder Druckgefühl im Unterbauch.

Schuld daran können mehrere Faktoren sein: Eine Ernährung, die zu wenige Ballaststoffe enthält, mangelnde Bewegung, geringe Flüssigkeitsaufnahme oder eine gestörte Darmflora. In den meisten Fällen liegt Verstopfung keine ernsthafte Krankheit zugrunde. Doch um das Problem schnell aus der Welt zu schaffen, greifen viele Betroffene sofort zu Abführmitteln.

Mindestens fünf Millionen Deutsche nehmen laut WHO täglich Abführmittel - und verschlimmern dadurch ihr Problem nur noch! Durch Abführmittel - vor allem solche, die den Wasserhaushalt des Darms beeinflussen - wird der Darm nämlich noch träger. Ein Teufelskreis beginnt, an dessen Ende chronische Darmerkrankungen stehen können!

Verstopfung: Das hilft!

Entspannen Sie sich! Sie müssen nicht jeden Tag Stuhlgang haben. Aus medizinischer Sicht reichen drei Mal pro Woche völlig. Essen Sie ballaststoffreiche Lebensmittel (Gemüse, Vollkornprodukte und Obst). Vor allem Sauerkraut, Feigen und Trockenpflaumen wirken abführend. Treiben Sie regelmäßig Sport und trinken Sie genug. Damit haben Sie schon eine Menge dafür getan, dass Ihr Darm wieder in Schwung kommt und alles von ganz allein "glatt läuft".

Nur im Notfall (im Urlaub oder bei einem Krankenhausaufenthalt) sind Abführmittel ratsam. Dann sollten Sie jedoch ausschließlich zu Präparaten mit Quell- oder Füllstoffen, Glycerinzäpfchen oder Milchzucker, einer natürlichen Verdauungshilfe, greifen. Diese Abführmittel sind sogar für Schwangere geeignet. Wichtig: Dazu so viel wie möglich trinken!

Wann muss ich zum Arzt?

Wenn Verstopfung und Durchfall im Wechsel auftreten, die Beschwerden über mehr als vier Wochen anhalten oder Blut im Stuhl auftritt, sollten Sie den Arzt aufsuchen. Auch wenn Fieber und akute Schmerzen hinzukommen, sollten Sie seinen Rat einholen.

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