GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Versorgungsstärkungsgesetz auf dem Prüfstand

Versorgungsstärkungsgesetz auf dem Prüfstand
Was hat die Facharzttermin-Garantie wirklich gebracht? © dpa, Michael Reichel

Wie steht es um die Termin-Garantie?

Wer kennt das nicht? Das Knie macht Probleme und der Gang zum Hausarzt wird fällig. Und das natürlich bevor die Wartezeit auf den Orthopäden überhaupt begonnen hat. Die Überweisung muss ja nun mal erst der Hausarzt ausstellen. Zu den Wartezeiten im überfüllten Hausarztwartezimmer kommt dann noch das wochenlange Warten auf den tatsächlichen Facharzttermin. Wessen Nerven liegen da nicht blank?

Mit der Verabschiedung des Versorgungsstärkungsgesetzes am 23. Juli 2015 sollte alles besser werden. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe beabsichtigte damit unter anderem, dem ambulanten System eine Termingarantie zu verordnen. Profitieren sollten von den extra eingerichteten Termin-Servicestellen vor allem akute Fälle und Kassenpatienten. Die Einhaltung der Termin-Garantie innerhalb von vier Wochen liegt allerdings in den Händen der Fachärzte selbst. Bekommt der Patient innerhalb von vier Wochen keinen Termin, darf er ein Krankenhaus aufsuchen.

Doch hat sich das Gesetz gelohnt? Ärzte scheinen damit nicht so zufrieden zu sein, für sie bedeutet es vor allem noch mehr Bürokratie. Kassenpatienten würden im Schnitt ebenso lange auf Termine warten, wie vor dem Beschluss, berichtet die 'Westdeutsche Allgemeinen Zeitung'. Der Großteil der Patienten akzeptiere ohnehin längere Wartezeiten für den Facharzt der Wahl. Außerdem sei auch so innerhalb von vier Wochen in den meisten Fällen ein Termin zustande gekommen.

Anzeige