LIEBE LIEBE

Verliebt in den besten Freund: Warum sieht er mich nur als "Kumpel"?

Unglücklich verliebt: Sieht er mich wirklich nur als "Kumpel"?
Birgit Ehrenberg spricht über "Kumpel" sein und sich verlieben

Verliebt in den besten Freund: Wird mehr daraus?

Er hätte mein Traummann sein können: Philip. Erst war er aber nur mein Kumpel, mein Literaturkumpel. Wir haben uns in einem privaten Buchclub kennengelernt, zu dem mich eine Freundin mitgeschleppt hat. "Da musst Du hin, Birgit", hat sie gesagt. "Du liest doch so gern und wolltest immer einen Mann, der das auch tut. In unserer Runde sind neben acht Frauen sogar drei Kerle dabei, die Bücher lieben!"

Ich marschierte also hin. Keiner von den drei Kerlen war mein Typ. Jedenfalls nicht auf den ersten Blick. Typische männliche Leseratten, ziemlich unmännlich, dachte ich enttäuscht. Wieso haben Intellektuelle so selten Muskeln? Mir schwebte ein lesender Mann vor, der zugleich sehr testosterongeladen ist, groß, durchtrainiert, blitzende Augen. Bei den Jungs im Buchclub blitzte nichts.

Die drei Herren waren aber wirklich literarisch total bewandert, ich hatte meinen Spaß. Und Philip war darüber hinaus noch sehr sympathisch und vor allem lustig. Das ist mir enorm wichtig, dass einer lustig ist, mich zum Lachen bringt.

Nachdem ich Philip ungefähr acht Mal in diesem Buchclub getroffen und mit ihm leidenschaftlich über meinen Lieblingsroman "Anna Karenina" diskutiert hatte, fiel mir auf, dass Philips Augen sehr wohl blitzten und dass er durchaus ansehnliche Muskeln hatte. Ich dachte vorm Einschlafen an Philip und nicht nur daran, dass wir zusammen lesen und reden.

Beim Aufwachen dachte ich wieder an Philip. Da wusste ich Bescheid: Ich war verliebt.

Will der Traummann nur Freundschaft?

Ich freute mich über diese Entwicklung, denn nun hatte meine Freundin doch Recht gehabt: Im Buchclub habe ich den Mann meines Lebens kennengelernt. Beim nächsten Treffen fragte ich Philip, ob wir uns einmal außerhalb des Clubs sehen wollen, er fand die Idee wunderbar. Drei Tage später saßen wir in einem Lokal und sprachen über Bücher. Das gefiel mir, doch ich hatte noch ein anderes Thema an dem Abend. Ich wollte flirten. Philip sollte mich als Frau wahrnehmen. Nichts dergleichen geschah. Was ich auch tat, sagte, er reagierte kumpelhaft. Ich hatte mich so sexy angezogen, er sah das gar nicht. Ich hätte nackt auf dem Tisch tanzen können.

Ich wusste von meiner Freundin, dass Philip auf Frauen steht, daran konnte es also nicht liegen. Nachdem der erste Abend derart in die Hosen gegangen war, gab ich richtig Gas. Ich kaufte mir neue Anziehsachen, ging zum Frisör, nahm drei Kilo ab.

Philip und ich hatten mehrere Dates, er freute sich stets darüber und quatschte doch nur über Bücher und schaute mich an als sei ich geschlechtslos.

Natürlich zog ich in Erwägung, dass ich nicht sein Typ bin, aber er hatte meiner Freundin gesagt, dass er mich sehr attraktiv fände. Ich habe alles versucht, um aus dem Kumpel Philip meinen Liebsten zu machen, ich habe mir die Zähne ausgebissen. Am Ende habe ich ihm gesagt: "Philip, hast Du schon wahr genommen, dass ich eine Frau bin? Eine Frau!"

Seine Antwort: "Ja!" Dann ging er zur Tagesordnung über, zu Büchern. Ich kapitulierte. Vielleicht muss von Anfang an erotischer Zündstoff drin sein zwischen Frau und Mann. Oder ich bin zu ungeduldig.

Wenn Ihr von mir ein Rezept wissen wollt, wie Ihr aus einer schicken Freundschaft eine schicke Liebe macht, dann muss ich heute passen. Für Eure Tipps bin ich dankbar! Eine klitzekleine Hoffnung, dass Philip anbeißt, habe ich nämlich noch.

Sonst gäbe es doch nicht dieses Lied von Klaus Lage: "Tausend Mal berührt, tausend Mal nichts gespürt, Tausend und eine Nacht, und dann hat es Zoom gemacht."

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So verrät seine Körpersprache, ob er in dich verliebt ist Körpersignale 00:01:04
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