Verletzte Kleinkinder wegen Online-Sucht: Sollten Eltern aufs Smartphone verzichten?

Verletzungsgefahr Kinder
Laut einer Studie ist die Verletzungsgefahr bei Kleinkindern wegen Smartphone-Sucht gestiegen. © Denys Kurbatov - Fotolia, KURBATOV DENYS

10 Prozent höhere Verletzung der Kinder wegen Smartphones

Wer sich immer mit dem Smartphone beschäftigt, achtet weniger auf seine Kinder – und die Verletzungsgefahr steigt. Das ist das Ergebnis einer US-Studie. Also Augen weg vom Smartphone und lieber auf die Kinder gucken!

Von: Jutta Rogge-Strang

Nicht nur junge Eltern daddeln mit ihrem Handy, checken Emails oder SMS und vertreiben sich die Zeit mit Facebook und Co. Für kleine Kinder ist das dramatisch, denn die Aufmerksamkeit ihrer Eltern lässt nach, weil die abgelenkt sind. Das erschreckende Ergebnis: Die Verletzungsgefahr für Kinder unter fünf Jahren ist bereits um 10 Prozent gestiegen.

Eine Studie hat herausgefunden, dass sich in den US-Gemeinden die Notaufnahmen von Kleinkindern erhöht haben, seitdem die Orte an das WWW angebunden waren. Und das hauptsächlich in der Zeitspanne, in der die Eltern für ihre Kinder verantwortlich waren. Wer also auf dem Spielplatz twittert, anstatt die Kleinen nicht aus den Augen zu lassen, riskiert auch die Gesundheit des Nachwuchses.

Eltern sollten eine Handy-freie Zeit einlegen

Allerdings sind gerade junge Eltern von den gesellschaftlichen Aktivitäten ausgeschlossen, haben schlagartig mehr mit Windeln wechseln zu tun als mit Partys und Shopping-Touren. Wer könnte es ihnen verübeln, dass sie immer noch teilhaben wollen und deshalb mitreden möchten? Natürlich ist es interessant, wer heute was kocht oder wer ein lustiges Foto einstellt. Auch der Highscore diverser Spiele muss gehalten werden, sonst war die Mühe bis dahin ja völlig umsonst. Und nicht zuletzt dient das Smartphone gerade in der Elternzeit als Mittel, um den beruflichen Anschluss nicht zu verlieren oder zu halten.

Wie viel Aufmerksamkeit brauchen unsere Kinder eigentlich? Sind die Kleinen nicht sowieso schon überbehütet? Und stundenlang auf dem Spielplatz herumzusitzen kann auch stinklangweilig sein. Da kann man sich mit dem Smartphone ganz prima die Zeit vertreiben, während der Nachwuchs im Sandkasten buddelt. Sollte das Kind aber auf die Idee kommen, die Rutsche zu erklimmen, wird es gefährlich, und das ist der Moment, den die Eltern nicht verpassen sollten.

Natürlich sind auch junge Eltern nicht gegen Handy-Sucht immun. Tatsächlich haben Forscher festgestellt, dass Studenten im Schnitt alle 12 Minuten ihr Handy aktivieren, ein Viertel von ihnen waren pro Tag mehr als zwei Stunden mit dem Handy beschäftigt. Sollten junge Eltern also besser ihren Smartphone-Vertrag kündigen, um die Gesundheit der Kinder nicht zu gefährden?

Vielleicht reicht es schon aus, sich das Problem klar zu machen. Immerhin haben unsere Kinder das Recht auf die volle Aufmerksamkeit ihrer Eltern. Und vielleicht richtet man sich einfach mal eine Handy-freie Pause ein, wenn es um die Kleinen geht. Was ist einem persönlich das Wohlergehen seines eigenen Kindes wert? Wer diese Frage beantwortet hat, weiß dann auch, was er zu tun hat. Aber wahrscheinlich ist eine Handy-Diät genauso schwer durchzuhalten wie eine echte Diät: Denn Whatsapp, Facebook oder Twitter machen Spaß, und das echte Leben kommt dabei schlicht zu kurz.

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