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Verlassen werden: Wie viele Schicksalsschläge hält die Liebe aus?

Verlassen werden
Während sie strahlt, schaut er ernst in die Kamera © Getty Images, Marcel Mettelsiefen

Nach einem Schicksalsschlag verlassen werden ist hart

„Leben – ist das, was passiert, während man andere Dinge plant“. So ließ Miriam Pielhau ihre Fans am Wochenende über Facebook wissen. Nach kräftezehrender Krebstherapie und Babyglück muss die Moderatorin nun einen weiteren Schicksalsschlag annehmen: Ihr Mann hat sie verlassen. Ein halbes Jahr lang habe sie um ihre Ehe und ihre zehn Jahre dauernde Liebe gekämpft. Nun hat sie den Ehering abgelegt, wie sie RTL-Moderatorin Frauke Ludowig anvertraute.

Von Ursula Willimsky

„Ich hätte das tatsächlich bei uns beiden nicht gedacht“, sagte die 38-Jährige. Ihr Noch-Mann, der Musiker Thomas Hanreich, sei schon vor etwa einem halben Jahr ausgezogen. Nach all den Jahren, in der er ihr während und nach ihrer Krebserkrankung helfend und unterstützend zur Seite stand und in denen er auch mit ihr Vater wurde. Über die Gründe für die Trennung will Pielhau nicht sprechen: „Das ist zu intim. Ich kann sagen, dass es mich überraschend getroffen hat und sehr hart für mich ist“, wird sie von der 'Bunten' zitiert. Aber trotzdem hat sie nur lobende Worte für den „sensationellen Vater“ ihres Kindes, so im RTL-Interview: Er „meistert das, obwohl die Außenparameter so blöd sind, ganz hervorragend. Ich kann nur sagen, wenn das so weiter läuft wie bisher, dann kriegen wir das gut hin.“

Eine Liebe zerbricht. Nach vielen Jahren und vielen schweren Schicksalsschlägen wie einer Krebserkrankung, aber auch wunderschönen gemeinsamen Ereignissen wie der Geburt eines Kindes. Wie viel Schicksal hält eine Liebe aus? Pielhau/Hanreich sind nicht das einzige Paar, das sich an einem Punkt trennt, an dem – von außen betrachtet – das Leben wieder ins Lot gekommen zu sein scheint.

Manch einer wird noch in der akuten Krise verlassen

Manch andere Paare trennen sich noch in der akuten Krise oder nach einem Schicksalsschlag - wenn zum Beispiel ein Kind stirbt. Jeder, so scheint es, braucht seine eigene Zeit, sein eigenes Maß an Mitgefühl aber auch an Abgrenzung. Gravierende Schicksalsschläge wie der Tod eines Kindes oder eine schwere Erkrankung treffen die einzelnen Persönlichkeiten, aber auch das gesamte Umfeld. Experten sagen: Wer solche Krisen gemeinsam meistert, dessen Beziehung kann eventuell sogar gestärkt werden. Sie kann aber auch im Aus enden. Wenn zum Beispiel schon vorher unausgesprochene Probleme die Liebe überschatteten. Oder einer der Partner sich überfordert fühlt.

Aus der begleitenden Betreuung von Angehörigen von Krebspatienten weiß man, dass gerade der gesunde Partner manchmal dazu neigt, die eigenen Probleme weniger ernst zu nehmen. Doch wie viel Selbstaufgabe verträgt ein Mensch? Eine Expertin der deutschen Krebshilfe rät im Interview mit der 'WAZ' dazu, auf jeden Fall auch immer über die Ängste und Probleme des gesunden Partners zu sprechen.

Fachleute raten Paaren, das, was ihnen widerfährt, hinzunehmen. Aber ist es nicht gerade in Zeiten, in denen einem durch diverse Glücksratgeber vorgegaukelt wird, dass eigentlich jeder immer glücklich sein könnte, wenn er denn nur die richtigen Tricks anwendet, sehr schwer, sich auf das Schicksal einzulassen und es hinzunehmen, so wie es ist? Zu akzeptieren, dass die Liebe auch mal eine Pause einlegt, weil zum Beispiel ein anderer Mensch (sprich: ein Baby) die Partnerin völlig in Anspruch nimmt? Und die große Liebe phasenweise eher eine Zweckgemeinschaft geworden ist? Oder einer der Partner sich entschließt, die Beziehung zu beenden?

Miriam Pielhau, die durch ihre „Erkrankung gelernt hat, dass man Dinge annehmen muss“, will zumindest nicht völlig kampflos von ihrer Ehe Abschied nehmen: „Wenn ich den Eindruck habe, dass es berechtigten Grund zur Hoffung gibt, dann kämpfe ich - und wenn es nur ein kleiner Funken ist", sagt sie, aber "ich verlier' nicht meinen Stolz und meine Würde auf dem Weg dieses Kampfes! Wenn ich denke, es hat keinen Sinn mehr, höre ich auf!"

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