Vergewaltigung und Mord: Das Horrorland für Frauen heißt Indien

Om Shanti, Yoga und Massenvergewaltigung

Kein Land der Welt hat ein derart gespaltenes Image wie Indien: Auf der einen Seite stehen die uralte Hochkultur, deren Spiritualität und Weisheit sprichwörtlich ist, Bollywood und der Anspruch „größte Demokratie der Welt“ zu sein. Auf der anderen Seite häufen sich derzeit Berichte über Massenvergewaltigungen, Morde an Frauen und Folter. Und ein indischer Minister lässt sich mit den Worten zitieren „Manchmal ist eine Vergewaltigung richtig“.

Die indische Wirklichkeit ist brutal: Nicht nur für Frauen, aber besonders für sie. Zwei Deutsche Journalisten, Georg Blume und Christopher Hein, haben in ihrem Buch 'Indiens verdrängte Wahrheit' recherchiert, dass jedes Jahr hunderttausende Frauen von ihren Schwiegereltern und Ehemännern zu Tode gefoltert werden. Diese „Mitgiftmorde“ aus Gier sind an der Tagesordnung. Oft werden Frauen dabei mit Kerosin überschüttet und angezündet. Dann heißt es, es war ein „Küchenunfall“. Korrupte Mitarbeiter in Krankenhäusern und Polizisten decken diese „Praxis“.

Während Indien als Schwellenland eine boomende High-Tech-Industrie vorweisen kann, Atommacht ist und im Jahr 2013 sogar einen ersten indischen Satelliten ins All schießen konnte, ist die Gesellschaft insgesamt nach wie vor sehr patriarchalisch: Das heißt, Frauen sind nichts wert, obwohl sie nach dem Gesetz völlige Gleichberechtigung genießen. Das steht aber nur auf dem Papier.

Hunderttausende Frauen jedes Jahr straflos ermordet

Eltern in Indien, die viele Mädchen haben, werden bedauert. Um sie zu verheiraten, müssen sie oft eine horrende Mitgift, die das Jahreseinkommen einer Familie übersteigen kann, aufbringen. Manchmal wird Ratenzahlung vereinbart, manchmal gibt es auch Nachforderungen. Folter und Mord an den Ehefrauen sind dann das Druckmittel. Von den hunderttausenden Mitgiftmorden wurden beispielsweise 2005 nur 7.051 Fälle angezeigt. Nicht ein einziger der Täter ist bis zum heutigen Tage für die Morde angemessen bestraft worden.

Besonders die armen Familien greifen zu einem entsetzlichen Mittel der „Familienplanung“: Weibliche Babys werden unmittelbar nach der Geburt von den Angehörigen getötet. Wohlhabendere Inder lassen das Geschlecht vor der Geburt bestimmen und – im Falle eines Mädchens – den Fötus abtreiben. Die massenhaften Kindstötungen und gezielten Abtreibungen von Mädchen lassen sich sogar beweisen und mit Zahlen belegen. Der jüngste indische Zensus zählte auf 1.000 Jungen nur 919 Mädchen. In diesem Land mit 1,2 Milliarden Einwohnern fehlen also 80 Millionen Mädchen! Wo sind die?

Sexualaufklärung? Im Ursprungsland des Kamasutra völlige Fehlanzeige. Indische Männer werden bestenfalls durch Pornos aufgeklärt. In Zusammenhang mit der Geringschätzung, die indischen Frauen entgegenschlägt, erklärt sich so die unglaubliche Bestialität der Vergewaltigungen, von denen jetzt immer wieder berichtet wird. Ein Vergewaltigungsopfer aus Bombay berichtet: „Ich kam aus einer Bar, da drängten sich meine Vergewaltiger ins Taxi.“ Vor Gericht gilt der Barbesuch als Indiz für Prostitution. „Einer steckte mir eine Pistole in den Mund und sagte, er würde schießen, wenn ich einen Laut von mir gäbe. Das schlimmste war nicht die Vergewaltigung, sondern, dass sie mir in die Brüste bissen, mir immer und immer wieder weh taten und über meine Schmerzen lachten.“

Nur wenige Frauen wagen es, sich gegen gesellschaftliche Konventionen zu stellen und gegen die krasse Benachteiligung zu protestieren. Ihnen droht nicht nur die Ächtung, sondern auch übelste Gewalt. Und sie können dann nicht einmal sicher sein, dass ihre Peiniger auch nach geltendem Gesetz bestraft werden.

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