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Verdacht auf Behandlungsfehler: An wen man sich wenden kann

Um Rat fragen bei Verdacht auf Behandlungsfehler
Alles richtig gemacht? Wer den Verdacht hegt, das sein Arzt ihn falsch behandelt hat, sollte sich an seine Krankenkasse wenden. Foto: Inga Kjer © DPA

Hat man als Patient das Gefühl, dass dem Arzt ein Fehler unterlaufen ist, sollte man das nicht einfach hinnehmen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, an wen Betroffene sich in einem solchen Fall wenden können. Eine ist, den Arzt direkt zu fragen, ob ihm ein Fehler passiert ist.

Zu dem Gespräch nimmt man am besten einen Zeugen mit. Denn als Patient hat man bei einem Verdacht auf Behandlungsfehler die Beweislast. "Der Arzt ist bei konkreten Nachfragen verpflichtet, darauf zu antworten", sagt Regina Behrendt, Referentin für Gesundheitsmarkt bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Deshalb empfiehlt Behrendt auch ein Patiententagebuch: "Dort sollte man versuchen, alle möglichen Details und Fakten im Rahmen eines Gedächtnisprotokolls festzuhalten." Zum Beispiel: den Namen des behandelnden Arztes, der Schwester, die Daten, an denen Behandlungen oder Beratungen stattgefunden haben sowie den Namen und die Adresse des Bettnachbars. Und natürlich: "Dinge, bei denen einem etwas komisch vorkommt, sollte man notieren."

Grundsätzlich können Patienten sich für eine Beratung an ihre Krankenkasse wenden. Gibt es Anhaltspunkte für einen Behandlungsfehler, sind die Kassen auch verpflichtet, ihre Versicherten zu unterstützen. Die Versicherung kann direkt die Abrechnungsunterlagen auf Unregelmäßigkeiten prüfen und so unter Umständen Hinweise für einen möglichen Behandlungsfehler finden, erklärt Behrendt. Gibt es diese Anhaltspunkte, kann die Versicherung ein Gutachten beim Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) beauftragen.

Außerdem können Patienten sich bei einem Verdacht auf einen Behandlungsfehler auch an die Behandlungsfehler gemeldet, 2014 waren es 12.053 Patienten. Im Jahr 2015 wurden 7215 Entscheidungen getroffen - in 2132 Fällen lag ein Behandlungsfehler vor (2014: 2252).


dpa
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