Venushügel: Der 'mons pubis' steht im Fokus von Frauen - aber warum?

Wer einen schönen Mons Pubis haben will, legt sich unters Messer.
Alle Frauen wollen solch einen Venushügel haben wie Hannah Davis in der Sports Illustrated. Zur Not auch mithilfe eines Chirurgen. Ist der Mons Pubis wirklich so wichtig?

Venushügel operieren lassen?

Nasen-Korrektur, Brustvergrößerung, Po-Lifting - pah, das ist ja so etwas von gestern. Das neue große Ding in der Schönheitsindustrie ist der Mons pubis, umgangssprachlich auch Venushügel genannt. Schon twittern und posten tausende verunsicherte Frauen Fotos und Kommentare zu der Beschaffenheit ihres Schambeins.

Von Merle Wuttke

Auslöser des neuen Körperteil-Hypes ist das aktuelle Cover der amerikanischen Zeitschrift Sports Illustrated (Sie wissen schon, das ist dieses Heft, dem auch Heidi Klum maßgeblich ihre Karriere verdankt). Darauf ist das Model Hannah Davis im Bikini zu sehen. Während sie lasziv in die Kamera schaut, zieht sie ihr Höschen dabei ziemlich tief nach unten. So tief, dass man meint, gleich würde ein vorwitziges Schamhaar hervorspringen und "Hallo" rufen. Das tut es in Zeiten menschlicher Nacktmulle natürlich nicht, dafür bekommt man einen genauen Einblick über die Beschaffenheit von Davis' Venushügel. Und dieser wird offenbar als besonderes Prachtexemplar seiner Gattung angesehen. Die Folge? Jetzt wollen alle so einen. Schön flach, straff, dünn. Also genau so wie heutzutage alle Frauenkörper auszusehen haben, außer bei Busen und Po natürlich.

Ganz ehrlich. Aber das ist doch, entschuldigen Sie diese Deutlichkeit, zum Kotzen! Ist meine Brust zu klein, meine Schamlippen oder meine Klitoris zu groß, hab ich zu viel Cellulite? Wie sehr lassen wir Frauen uns eigentlich noch von der Schönheitsindustrie und medialen Männerfantasien manipulieren? Meine Güte, sind wir nicht schon längst über den Punkt hinaus uns darüber Gedanken zu machen, wie es in unserem Schoß aussieht? Sollte es nicht viel mehr und vor allem darum gehen, was wir in unserem Kopf haben?! Wie blöd sind wir eigentlich, dass wir den Schönheitschirurgen wieder neues Futter geben, nur um unseren Drang nach dem vermeintlich perfekten Körper - und damit nach Liebe - zu stillen. Und mal im Ernst: Welcher Mann interessiert sich überhaupt dafür, wie gut gepolstert der Mons Pubis ist? Die meisten von ihnen kennen wahrscheinlich nicht mal die richtige Bezeichnung dafür.

Schönes Schambein, aber die Welt in Trümmern

Bei all der Hysterie, die um das "richtige" Aussehen heutzutage veranstaltet wird, wünscht man sich ja regelrecht in die 80er-Jahre zurück. Damals galten Frauen wie Bo Derek oder Brooke Shields als Nonplusultra - die wirken in ihrer Normalität ja schon fast anachronistisch, wenn man sich deren Bilder von damals anschaut. Und Achselhaare durfte man auch noch tragen ohne dafür am Strand gelyncht zu werden, jawohl!

Der ausschlaggebende Punkt ist doch: Wenn wir jetzt schon anfangen uns darüber Gedanken zu machen, wie wir unser Schambein (das im Übrigen ja eigentlich nur wir und die Menschen zu sehen bekommen, die uns lieben) optimieren können, was kommt dann als nächstes? Wird die optische Perfektionierung unseres Selbst jemals ein Ende finden? Natürlich nicht. Jedenfalls nicht, bis wir endlich mal wieder anfangen über die Dinge nachzudenken, die wichtiger sind. Etwa, wie man Flüchtlingskindern helfen kann, die traumatisiert und elternlos hier ankommen. Wann es endlich eine Impfung gegen Ebola gibt. Wie man es schafft die Gier nach Geld und Gewinnen, die immer mehr in Wirtschaft und Gesellschaft um sich greift, in etwas Sinnvolleres umzuwandeln. Denn, was nützt einem der schönste und straffste Mons Pubis, wenn der Rest der Welt in Trümmern liegt. Und ganz nebenbei war unsere ganze Emanzipierung damit auch für die Katz'!

Daran erkennst du, dass du ihm egal bist
Daran erkennst du, dass du ihm egal bist Nutzt er dich nur aus? 00:00:44
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