Vegane Lebensmittel im Test: Zu viel Salz, Fett und Zusatzstoffe

04.04.14 12:10
Viele vegane Produkte sind ungesund
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Vegane Lebensmittel sind nicht gleichbedeutend mit gesund

Vegan ist in. Ob Sojamilch, Seitangulasch oder Tofuschnitzel: Die Zeiten, in denen vegan gleichbedeutend mit Verzicht und die Zahl der veganen Lebensmittel stark begrenzt war, scheinen vorbei. Die Regale der Supermärkte sind mittlerweile prall gefüllt mit veganen Lebensmitteln. Nun zeigt ein Test der Verbraucherzentrale Hamburg, dass vegan nicht zwangsläufig gesund bedeutet. Viele der 20 getesteten veganen Produkte wurden weder nachhaltig erzeugt noch sind sie gesund. Stattdessen enthielten sie zu viel Salz, Fett und Konservierungsstoffe.

Veganer verzichten auf sämtliche Produkte tierischen Ursprungs. Sie essen nicht nur kein Fleisch, sondern trinken keine (Kuh-)Milch und essen keinen Honig. Als Gründe für ihre Ernährungsweise geben Veganer häufig gesundheitliche, ökologische oder ethische Gründe an. Wer sich für eine vegane Ernährung entscheidet, geht davon aus, damit sowohl seiner Umwelt als auch der eigenen Gesundheit etwas Gutes zu tun. Umso ernüchternder ist das Ergebnis eines Tests der Verbraucherzentrale Hamburg: Von insgesamt 20 untersuchten Produkten wiesen vier Lebensmittel zu viel Fett auf, fünf hatten einen zu hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren und ebenfalls fünf schnitten wegen ihres Salzgehalts schlecht ab.

So wird bei veganen Produkten geschummelt

Viele vegane Lebensmittel enthalten Aromen und Zusatzstoffe

Auch was die Aromen und Zusatzstoffen betrifft, sind viele der von der Verbraucherzentrale Hamburg untersuchten Produkte nicht besser als herkömmliche Lebensmittel. Vor allem bei der Produktion von Fleisch-, Wurst- und Käseimitaten kommen vermehrt Aromen und Zusatzstoffe zum Einsatz. Der Grund dafür ist, dass die Produkte ansonsten weder in der gewünschten Weise hergestellt werden könnten noch schmecken würden.

Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg rät dazu, auf E-Nummern sowie den Salz- und Fettgehalt - und dabei vor allem auf den Anteil an gesättigten Fettsäuren - zu achten. Diese Angaben stehen in der Zutatenliste. Ein weiterer Kritikpunkt: Vegane Lebensmittel sind selten ausreichend gekennzeichnet. Wer sich für die Herkunft der Zutaten interessiert oder wissen will, ob die Lebensmittel regional oder klimafreundlich produziert wurden, findet dazu auf der Verpackung nur unzureichende oder gar keine Angaben.

Wichtig ist: Naturprodukte wie Tofu bestehen tatsächlich zu 100 Prozent aus Sojabohnen. Kritisch sind vor allem die Produkte, die tierische Lebensmittel imitieren – wie beispielsweise vegane Bolognese oder vegane Fleischbällchen.

Die Liste der Argumente für eine vegane oder vegetarische Lebensweise ist lang: Eine nicht artgerechte Tierhaltung, Antibiotika-Einsatz oder Begünstigung von Herz-Kreislauferkrankungen durch einen hohen Fleischkonsum lassen sich nicht wegdiskutieren. Doch bei vielen veganen Alternativprodukten besteht noch Verbesserungsbedarf, so das Fazit der Hamburger Verbraucherschützer. Laut Verbraucherzentrale sei hier auch der Staat in der Pflicht. So könne ein offizielles Siegel Verbrauchern mehr Sicherheit beim Einkauf geben.

(Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg)

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