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Vaterschaftstest - ein DNA-Test bringt Klarheit

Vaterschaftstest bring Klarheit
Ein Vaterschaftstest kann das ganze Leben auf den Kopf stellen © dpa, A3472 Frank May

Ganz die Mama, aber nichts vom Papa - ein Vaterschaftstest räumt jeden Zweifel aus

Mit dem englisches Sprichwort „Mother’s baby, fathers maybe“ sind die Unsicherheiten von Vätern auf den Punkt gebracht. Doch gibt es noch mehr Gründe für einen Vaterschaftstest: Vielleicht ist sich die Mutter selbst nicht sicher oder das Kind wissen will, von wem es abstammt. Meist sind es jedoch die Väter, die wissen möchten, ob sie der Vater eines Kuckuckskindes sind.

Wenn Zweifel aufkommen, hilft oft nur noch der Gentest. Für eine Untersuchung wird kein Blut benötigt, ein Schnuller oder eine Zahnbürste reichen aus um bei einem der vielen Labore einen DNA-Test machen zu lassen. Nach zwei Wochen sind die Ergebnisse da und das Leben möglicherweise auf den Kopf gestellt. Bis zu 15.000 Tests werden von Gerichten zur Klärung von Verwandschaftsverhältnissen angeordnet. Experten schätzen, dass bis zu 50.000 Tests privat in Auftrag gegeben werden. In vier von fünf Fällen stellt sich dann heraus, dass es sich um die biologischen Väter handelt.

Seltener aber auch nicht unüblich, kommt eine "falsche Vaterschaft" durch puren Zufall ans Licht. Wenn eine Knochenmarks- oder Organspende nicht passt, weil kein Verwandschaftsverhältnis vorliegt oder eine Erbkrankheit ausgeschlossen werden soll kann ein wahrer Albtraum für Väter beginnen. Es gibt keine genauen Zahlen, wie viele Väter „fremde“ Kinder als ihre eigenen bezeichnen, Schätzungen von der "Interessengemeinschaft für Abstammungsgutachten" in Dortmund gehen jedoch davon aus, dass jedes zehnte in Deutschland geborene Kind nicht das leibliche Kind seines Vater ist.

Vaterschaftstest: Ohne das Wissen der Mutter unmöglich

Für einen Vaterschafts-Test braucht das das Labor unsere DNA, die in jeder Körperzelle von Menschen enthalten ist. Mittels einer enzymatischen Reaktion werden bestimmte Genorte der DNA vervielfältigt und mit denen der anderen Proben verglichen. Die Chromosomen sind genau zur Hälfte aufgeteilt, der eine Teil stammt von der Mutter, der andere vom Vater. Mit dem Stand der heutigen Wissenschaft liegt die Sicherheit eines Ergebnisses bei 99,99 Prozent. Einzige Einschränkung: Wenn Mutter und Vater untereinander nahe verwandt sind (Bruder, Vater oder Sohne) kann es mitunter etwas schwieriger werden, da die DNA sich sehr ähnelt.

Ohne das Wissen der Mutter geht jedoch gar nichts. Aufgrund des Gendiagnostik-Gesetzes darf in Deutschland kein heimlicher Vaterschaftstest mehr durchgeführt werden. Damit würde das Recht des Kindes auf "informationelle Selbstbestimmung" verletzt. Das seit ein paar Jahren gültige Gesetz hat es den Vätern jedoch etwas leichter gemacht, die tatsächlichen Verwandschaftsverhältnisse aufzuklären. Vater, Mutter und Kind haben einen Anspruch darauf, die Vaterschaft durch einen Test klären zu lassen. Doch anstatt heimlich, muss nun die Mutter und bei minderjährigen Kindern ebenfalls die Mutter im Namen des Kindes zustimmen. Verweigert sich die Mutter oder der Vater, kann das Familiengericht eine Ersatzbewilligung ausstellen. Ein Anrecht auf eine Zustimmung für einen Vaterschaftstest haben aber auch nur der Vater, die Mutter und das Kind. Zum Schutz des Kindes kann aber noch eine Härtefallregelung in Kraft treten, wenn z.B. die psychische Belastung für das Kind zu groß ist. Der genaue Gesetzestext (§1598a BGB) steht auf der Webseite des Bundesministeriums der Justiz.

Ist das Kind in den Brunnen gefallen und dem Scheinvater wird durch das Testergebnis klar, dass er nicht der leibliche Vater ist, hat er die Möglichkeit, die Vaterschaft anzufechten und damit wäre er nach gesprochenem Urteil nicht mehr der offizielle Vater. Er kann sogar so weit gehen, sämtliche Unterhaltszahlungen, die er geleistet hat zurück zu fordern. Dafür muss der leibliche Vater jedoch erst einmal gefunden und bestätigt sein. Dieser „neue“ Vater muss künftig und rückwirkend für das Kind aufkommen. Der Scheinvater kann aber auch alles auf sich beruhen lassen und offiziell weiterhin als Vater mit allen Rechten und Pflichten gelten. Oft ist das der Fall, wenn Väter und Kinder eine tiefe Bindung haben und der Scheinvater sich trotzdem als "richtiger" Vater fühlt.

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