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Vaginalsonographie kann HPV übertragen und Gebärmutterhalskrebs verursachen

Vaginalsonographie
Bei der Vaginalsonographie wird der weibliche Genitalbereich mit einem Ultraschallkopf untersucht.

Krebsvorsorge per Vaginalsonographie birgt hohes Infektionsrisiko

Die Vaginalsonographie ist eine wichtige Ultraschalluntersuchung zur Krebsvorsorge. Doch Experten warnen, dass bei der Untersuchung selbst Humane Papillomaviren (HPV) übertragen werden können, die Gebärmutterhalskrebs verursachen können.

Bei der Vaginalsonographie werden Frauen mithilfe eines Ultraschallkopfes, der in die Scheide eingeführt wird, auf Erkrankungen ihrer Genitalorgane untersucht. So können Tumore in der Gebärmutter, in den Eierstöcken oder den Eileitern frühzeitig erkannt und behandelt werden. Allerdings birgt die Untersuchung selbst die Gefahr, dass sich Patientinnen mit Krankheitserregern infizieren können, die für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) verantwortlich sind. Neben diesen gefährlichen Humanen Papillomaviren (HPV) können außerdem auch eine Reihe von anderen Viren und Bakterien in die Scheide gelangen und Beschwerden hervorrufen.

Wird der Ultraschallkopf, der in die Vagina eingeführt wird, nicht sachgemäß gereinigt und desinfiziert, gelangen laut Dr. Werner, Referent der diesjährigen MEDICA EDUCATION CONFERENCE, möglicherweise „nicht nur Krankheitserreger aus der Scheide, sondern auch Keime aus der Darmflora, den Harnwegen und dem Analbereich“ in den weiblichen Genitalbereich. Dabei könne es sich um Mykoplasmen, Chlamydien, Protozoen (tierische Einzeller), Wurmeier oder Hefepilze handeln, allerdings aber auch um das krebserregende das HP-Virus.

Das A und O bei der Vaginalsonographie: Fachgerechte Desinfektion

Das Problem bei der Vaginalsonographie ist die Reinigung des Ultraschallkopfes. Damit dieser richtig desinfiziert werden kann, müssen Chemikalien benutzt werden, die sämtliche Keime und Viren abtöten können. Die sichere Desinfektion mittels Dampfsterilisator ist nicht möglich, da die Ultraschallköpfe nicht hitzebeständig sind und die Elektronik zerstört würde.

Leider ist die virusabtötende Wirkung der Desinfektionsmittel nicht hundertprozentig gegeben. Studien zufolge wurden trotz vorschriftsmäßiger Reinigung der Untersuchungsgeräte noch „Gene von humanen Papillomaviren“ nachgewiesen. Diese könnten auf andere Patientinnen übertragen werden und Krebs verursachen. Experte Dr. Werner hält das für ein unterschätztes Problem.

Zwei alternative Desinfektionsverfahren stehen nun bei der Fachkommission „Hygienische Sicherheit medizintechnischer Produkte und Verfahren“ der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene e.V. (DGKH) zur Diskussion: Die Desinfektion durch UVC-Strahlung sowie die Wasserstoffperoxid-Desinfektion.

Eine rechtzeitige Impfung gegen Humane Papillomaviren kann vor Gebärmutterhalskrebs schützen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt die HPV-Impfung bereits für Mädchen ab 9 Jahren.

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