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Vagina-Detox: So gefährlich ist der Entgiftungs-Trend!

Fünf Vaginalgerüche und was sie bedeuten
Fünf Vaginalgerüche und was sie bedeuten Knoblauch, Brot oder Fisch 00:02:11
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Vagina-Detox - gefährlicher Hype aus den USA

Detox liegt voll im Trend. Basische Rezepte, Tees und Greenies sind gefragter denn je und verkaufen sich wie warme Semmeln. Und bei den Produzenten solcher Detox-Produkte klingeln die Kassen. Eine US-Firma stellte jüngst sogar 'Herbal Womb Detox Pearls' her – also kleine Kräuterkugeln, die eingeführt in die Vagina, die Gebärmutter entgiften sollen. Doch nun warnen Ärzte vor der vaginalen Detox-Kur.

Vagina Detox
Diese Kräuter-Kugeln sollen angeblich den Uterus entgiften

Knapp 14 Euro lässt sich die Firma 'Embrace Pangaea' eines der Kräuter-Tampons kosten. Dafür gibt es das Versprechen, dass diese "die Gebärmutter reinigen und sie wieder in Balance bringen", heißt es auf der Online-Seite des Unternehmens. Konkret bedeutet das, dass Frauen mit Endometriose, Pilz-Infektionen, starkem Vaginalgeruch, Uterusmyomen oder bakterieller Vaginose geholfen werden soll. Denn dies seien die Folgen, wenn der Uterus aus der Balance gerät.

Funktionieren soll diese vaginale Detox-Kur dank verschiedener Kräuter. Engelwurz beispielsweise soll die Menstruation regulieren, den Östrogen-Spiegel steuern und die Fruchtbarkeit verbessern. Echtes Herzgespann soll den Uterus verjüngen und ihm Gifte entziehen. Das ganze belegt mit unschönen Fotos der nach eintägigem Gebrauch entfernten Kräuter-Perlen.

Ärztin warnt vor den Folgen

Doch vermehrt werden Stimmen im Netz laut, die vor dem Gebrauch der Detox-Perlen warnen. "Entgifte nicht deine Vagina“, heißt es bei der bloggenden Gynäkologin Jen Gunter in einem Blogpost, "Dein Uterus ist nicht müde oder depressiv oder dreckig und deine Vagina hat kein mieses Chakra.“

Sie warnt vor Irritationen und Schäden, die durch Kräuter verursacht werden können. Außerdem erklärt sie, dass in der Vagina befindliche Fremdkörper das Bakterienwachstum begünstigen. Zudem, so schreibt sie, könnten Produkte, die nicht speziell für einen längeren vaginalen Gebrauch hergestellt wurden, das Risiko eines Toxischen Schocksyndroms erhöhen. "Lasst es einfach sein“, schreibt sie eindringlich. Und wir können uns dem nur anschließen.

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