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Väter, die zu viel arbeiten, schaden ihren Söhnen

Studie: Überstunden der Väter schaden den Söhnen
Eine australische Studie belegt: Es ist wichtig, dass Väter sich Zeit für ihre Kinder nehmen. © dpa, Frank Leonhardt

Wie wirkt sich die Arbeitszeit der Eltern auf ihre Kinder aus?

Machen Väter zu viele Überstunden, wirkt sich das schädigend auf die Entwicklung ihrer Söhne aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die untersucht hat, welche Auswirkung die Arbeitszeit der Eltern auf das Verhalten ihrer Kinder hat.

Die Forscher um Lianghong Li, Forscherin am Wissenschaftszentrum Berlin und ihre vier australischen Kollegen, kamen zu einem bemerkenswerten Ergebnis: Söhne von Vätern, die 55 und mehr Stunden pro Woche gearbeitet haben, wurden später viel häufiger verhaltensauffällig und aggressiv als Söhne von Vätern, die weniger arbeiteten. Bei den untersuchten Familien haben 19 Prozent der Väter so viel gearbeitet, als ihre Jungs fünf Jahre alt waren. Bei achtjährigen Söhnen waren es sogar 20 Prozent.

Auf die Töchter haben die Überstunden der Väter keine Auswirkung. Ein Grund hierfür könnte sein, dass Jungen generell eher zu Aggressivität neigen als Mädchen, vermuten die Forscher.

Die Arbeitszeit der Mütter hat keinen Einfluss

Lange Arbeitszeiten der Mütter hatten offenbar keine Auswirkung auf die Kinder. Die Wissenschaftler machten allerdings eine Einschränkung: Die Vergleichsgruppe der Mütter, die so viele Überstunden machen, war zu klein, um allgemeine Rückschlüsse zu ziehen. Auch hierfür haben die Forscher eine Vermutung: Mütter seien nicht in dem Maße bereit, Überstunden zu machen wie Väter.

Für die Langzeitstudie, die im 'Journal of Marriage and Family' veröffentlichte wurde, wurden mehr als 1.400 Kinder im australischen Bundesstaat Western Australia beobachtet. Untersucht wurden ausschließlich Familien, in denen Kinder mit Mutter und Vater aufwachsen.

Die Überstunden-Zahlen aus Australien lassen sich auch auf andere Industrieländer übertragen. In Deutschland arbeiten 15 Prozent der Väter von Kindern im Alter von drei bis fünf Jahren 55 Stunden und mehr pro Woche. Dies belegen Zahlen des Sozio-oekonomischen Panels von 2011.

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