US-Polizei überbringt Todesnachricht über Facebook

US-Polizei überbringt Todesnachricht über Facebook
US-Polizei überbringt Todesnachricht über Facebook © REUTERS, REGIS DUVIGNAU

Mutter erfährt auf Facebook vom Tod ihres Sohnes

Der Versuch eine Todesnachricht zu überbringen war für US-Polizisten in Clayton (US-Bundessstaat Georgia eine überraschend schwierige Aufgabe, die gründlich schieflief. Denn alle Versuche die Mutter des Toten persönlich zu informieren scheiterten. Da kam den Beamten eine Idee: Sie kontaktierten Anna Lamb-Creasey, deren Sohn Ricky bei einem Unfall gestorben war, per Nachricht in dem sozialen Netzwerk Facebook. Das berichtete die US-Zeitung Atlanta Journal Constitution.

Doch dabei lief offenbar einiges schief. Denn zum einen landen Nachrichten, die von Personen kommen, die nicht in der Freundesliste des Empfängers stehen, automatisch in einem versteckten Ordner - unter "Sonstiges". So entdeckte Lamb-Creasey die Nachricht erst nach über einem Monat.

Außerdem hatten die Beamten die Nachricht nicht über einen offiziellen Polizei-Account verschickt, sondern vom privaten Zugang eines Polizeiangestellten. Dieser hatte sein Profilbild allerdings mit einem Bild des Rapper TI bestückt und sich zudem den Namen ‚Misty Hancock‘ gegeben.

Die Mutter ging aufgrund dessen natürlich von einem Fake aus und ignorierte die Nachricht und rief stattdessen auf der Suche nach ihrem vermissten Sohn in zahlreichen Krankenhäusern an und hinterließ ihrerseits Nachrichten auf der Facebook-Seite ihres Sohnes.

Nach erfolgloser Suche entschloss sich die verzweifelte Mutter schließlich die Telefonnr. Aus dem ‚Misty Hancock‘-Profil anzurufen und erfuhr so vom Tod ihres Sohnes, der zu diesem Zeitpunkt längst in der Leichenhalle lag. Er war am 24. Januar beim Überqueren der Straße von einem Auto überrollt worden. Die Polizei von Clayton County bedauert den Zwischenfall.

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