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US-Direktorin erlaubt Leggings nur bis Größe XS: Ist Dresscode an Schulen vernünftig oder nicht?

Elegant woman with a fashion bag
Ist eine strenge Kleiderordnung an Schulen sinnvoll? © Getty Images/iStockphoto, AmeliaFox

US-Direktorin sorgt mit Kleidervorschrift für Aufsehen

In den USA hat die Direktorin einer High School in North Carolina mit bizarren Kleidervorschriften für Aufsehen gesorgt: Leggings sollten ihrer Meinung nur Schülerinnen mit den Größen 0 bis 2 tragen, also ungefähr XXS bis XS. Alle anderen sähen darin wie fette Presswürste aus. Bei Facebook wurden ihre Aussagen verbreitet – und natürlich ist die Empörung groß. Man wirft ihr vor, einen krankhaften Schlankheitswahn zu fördern. Ist ein Dresscode an Schulen nicht trotzdem vernünftig?

"Keine Leggings oder Jogginghosen"

Von Christiane Mitatselis

Die Direktorin hat sich inzwischen entschuldigt, sie habe niemanden verletzten wollen. Es scheint ihr vielmehr darum gegangen zu sein, Argumente für den bereits bestehenden Dresscode ihrer High School zu finden. Dort sind nämlich Leggings als Schulkleidung nicht erlaubt. Genauso wenig wie Jogginghosen. Es kann aber natürlich nicht darum gehen, dass diese Kleidungsstücke dick machen. Sondern nur darum, dass die Schüler nicht zum chillen in die Schule kommen. Sie sollen sich vielmehr konzentrieren und lernen.

Es ist ein Thema, von dem viele Lehrer auch in Deutschland ein Lied singen können, gerade im Sommer, wenn die Mädchen scharenweise bauchfrei und in Hot Pants erscheinen. Und die Jungs in kurzen Hosen und Flip Flops herumlümmeln. Sollte man im Strandbar-Look zur Schule gehen? Ist das nicht unangemessen? Natürlich es das. Die Jungs werden abgelenkt, wenn sie von halbnackten Mädchen umgeben sind. Und die Mädchen können untereinander in einem Schönheitswettbewerb geraten. All das lenkt vom Lernen ab, also vom eigentlichen Zweck der Schule.

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Uniform steigt Zusammengehörigkeitsgefühl

Es gibt deshalb an manchen deutschen Schulen Kleiderordnungen. Allerdings führt es immer dann zu Kontroversen, wenn Eltern die persönliche Entfaltung ihres Kindes gefährdet sehen und opponieren, indem sie auf die Persönlichkeitsrechte pochen. Öffentliche Schulen haben es in solchen Fällen schwer, ihre Regeln durchzusetzen. Einfacher ist es für Privatschulen, sie können einen Dresscode über privatrechtliche Verträge regeln. Es gibt zum Beispiel in Stuttgart ein Privat-Gymnasium, das Schüler, die im Strandlook erscheinen, XXL-Shirts überziehen lässt. Privatschulen können ihren Schülern auch problemlos Uniformen verordnen – wie man sie in England oder Frankreich oft sieht.

Uniformen mögen altmodisch wirken, sie haben aber auch viele Vorteile: Wenn sich alle gleich kleiden, fallen soziale Unterschieden weniger auf. Die Schüler sind morgens schneller schulfertig, da sie nicht überlegen müssen, was sie anziehen. Der Markenwahn wird gemildert, es gibt keine Konkurrenz, wer die teuerste Jeans oder die besten Boots trägt. Durch die Uniform steigt im Idealfall auch die Identifikation mit der Schule und das Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Schule wird zu einem Ort der Bildung – und nicht ein Laufsteg für Modetrends.

Und, ganz wichtig: Die persönliche Freiheit, sich in der Freizeit nach Belieben zu stylen, wird dadurch nicht berührt.

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